Polizisten stehen vor dem zerstörten Eingang einer Moschee in Berlin. | Bildquelle: dpa

Anschläge in Deutschland Türkische Regierung fordert Aufklärung

Stand: 12.03.2018 12:52 Uhr

Nach Brandanschlägen auf Moscheen fordert die türkische Regierung die deutschen Behörden zur Aufklärung der Taten auf. Auch die PKK sei beteiligt, so der Vorwurf. Aber von der gibt es noch kein Bekennerschreiben.

Nach Brandanschlägen unter anderem auf Moscheen in Berlin und im baden-württembergischen Lauffen fordert die türkische Regierung die deutschen Behörden zur Aufklärung der Taten auf. "Wir beobachten mit Sorge, dass Angriffe auf türkische Moscheen in Deutschland durch rassistische und anti-islamische Gruppen sowie die Terrororganisation PKK zuletzt zugenommen haben", teilte das Außenministerium in Ankara mit. Man erwarte von den deutschen Behörden, dass sie die Verantwortlichen sobald wie möglich aufspüren und bestrafen, "und dass sie alle Maßnahmen ergreifen, damit keine ähnlichen Angriffe stattfinden."

Der türkische Moscheeverband Ditib hatte nach dem Brandanschlag auf die Ditib-Moschee in Berlin-Reinickendorf ebenfalls einen "besseren Schutz der Moscheen und schnelle Aufklärung" gefordert.

Kein Bekennerschreiben durch PKK

In der Mitteilung der türkischen Regierung hieß es, die PKK habe den Brandanschlag in Lauffen für sich reklamiert. Doch weder auf der Internetseite der PKK noch bei der PKK-nahen Agentur Firat war ein solches Bekenntnis zu finden.

Die kurdische Internetseite "Nuce Ciwan" ("Jugend-Nachrichten") hatte berichtet, es habe sich in Lauffen um eine Aktion kurdischer Jugendlicher "gegen den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg des faschistischen, türkischen Staates" im syrischen Afrin gehandelt. In der Region Afrin geht die türkische Armee seit dem 20. Januar mit einer Offensive gegen die Kurdenmiliz YPG vor. Die Türkei stuft die YPG wegen ihrer Verbindungen zur PKK als Terrororganisation ein.

Moschee in Berlin | Bildquelle: dpa
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Die angegriffene Moschee in Berlin gehört zur Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (Ditib), dem deutschen Ableger der staatlichen türkischen Religionsbehörde Diyanet.

"Nuce Ciwan" hatte am Wochenende eine Erklärung einer "Kurdischen Jugendinitiative" verbreitet, in der es hieß: "Wenn uns niemand zuhören will, werden wir jede Innenstadt Europas in Schutt und Asche legen. Egal, wie und egal was an diesem Tag brennt, Europa muss verstehen, das wir nicht zulassen werden, dass Afrin fällt." In der Erklärung wurden außerdem für heute Abend "radikale Aktionen" angekündigt.

Austausch zwischen Ermittlungsbehörden

Unterdessen tauscht sich die Berliner Polizei mit Ermittlungsbehörden anderer Bundesländer aus. Sie stünde im Austausch mit dem Bundeskriminalamt sowie den Landeskriminalämtern der übrigen von der Anschlagsserie betroffenen Bundesländer, sagte ein Sprecher.

Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums teilte am Sonntag mit, die zuständigen Behörden beobachten die Situation und träfen "falls erforderlich notwendige Vorkehrungen." Die bisherige Sicherheitsbewertung habe sich nicht geändert.

Der Berliner Integrationsbeauftragte Andreas Germershausen wertete die Anschläge als "Terror".

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 11. März 2018 um 20:00 Uhr.

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