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[Bildunterschrift: Der SPD-Vorsitzende Franz Müntefering blickt zurück: Hätte den Parteivorsitz 2004 nicht übernehmen sollen. ]
Der scheidende SPD-Vorsitzende Franz Müntefering hat Versäumnisse während seiner Amtszeit eingeräumt. Es sei ein Fehler gewesen, 2004 den Parteivorsitz vom damaligen Kanzler Gerhard Schröder zu übernehmen, sagte er der Wochenzeitung "Die Zeit". "Das hätte ich nicht machen sollen, weil von da an ein Teil der SPD geglaubt hat, Regierung und Partei ließen sich fein säuberlich trennen."
Weiter betonte der 69-Jährige, auch sein zweiter Anlauf als SPD-Chef im vergangenen Jahr sei vorher nicht geplant gewesen. Nach seinem vorübergehenden Rückzug aus der Bundespolitik wegen der schweren Krankheit seiner Frau habe es die klare Vereinbarung gegeben, dass er nur noch im Wahlkampf helfen würde. "Nichts mehr. Ich wusste bis zu diesem Sonntag nicht, dass das so enden würde", sagte Müntefering mit Blick auf das SPD-Treffen am Schwielowsee mit dem Rücktritt von Kurt Beck als Parteichef.
Eine breite öffentliche Debatte über persönliche Fehler lehnte Müntefering aber ab. Diese Art von "demonstrativer Selbstkasteiung" gehe ihm gegen den Strich. Er empfahl seiner Partei, sich offensiv zu den vergangenen elf Regierungsjahren zu bekennen: "Dieses Stück ist in der Geschichte der SPD ein stolzes Stück."
Müntefering, der Mitte November auf dem Parteitag in Dresden sein Amt aufgibt, wies in der SPD kursierende Spekulationen zurück, er werde auch auf sein Bundestagsmandat verzichten. "Ich bleibe Abgeordneter - und der Partei erhalten. Immer."
Für das Wahldebakel der SPD macht er Oskar Lafontaine verantwortlich. "Er hat die Partei verlassen, dann verraten und anschließend ganz gezielt gegen uns organisiert", sagte Müntefering. Der jetzige Vorsitzende der Linkspartei habe die linke Mitte in Deutschland "aus niederen persönlichen Motiven" beschädigt. Die PDS hätte nach Ansicht Münteferings nie eine Chance gehabt, auch in den West-Ländern aufzutrumpfen, wenn der ehemalige SPD- Vorsitzende Lafontaine dies nicht organisiert hätte.
Prinzipiell hält der SPD-Chef ein Linksbündnis im Bund für machbar: "Die Kinder und Enkelkinder der SED müssen in der Demokratie ankommen können. Man kann und darf ihnen die Hand entgegenstrecken." Über Koalitionsoptionen solle die SPD aber erst 2013 entscheiden.
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