Blumen am Tatort in Münster | Bildquelle: dpa

Gottesdienst am Abend Münster trauert

Stand: 08.04.2018 10:47 Uhr

Nach der tödlichen Auto-Attacke steht Münster weiter unter Schock. Innenminister Seehofer und NRW-Ministerpräsident Laschet werden am Tatort erwartet. Am Abend soll in einem Gottesdienst der Betroffen gedacht werden.

Bei einem ökumenischen Gottesdienst wird heute Abend im Paulus-Dom von Münster der Getöteten und Verletzten der Attacke in der Innenstadt gedacht. Es solle "für all diejenigen gebetet werden, deren Leben durch die Vorfälle am Samstag auf so schreckliche Weise aus den Angeln gehoben wurde", teilte das Bistum mit. Der Gottesdienst sei ein Angebot "für alle Betroffenen und ihre Angehörigen, aber auch für alle, die geholfen haben", hieß es in der gemeinsamen Einladung des Bistums, des Evangelischen Kirchenkreises, des Stadtdekanats und der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Münster.

Der Münsteraner Bischof Felix Genn wird den Gottesdienst um 19.30 Uhr leiten. Er wird auf der Webseite sowie auf der Facebook-Seite des Bistums live übertragen.

Bereits am Samstagabend hatten sich Münsteraner versammelt, um gemeinsam zu trauern. In den sozialen Medien hatten Nutzer zu einer Trauerversammlung am Aasee in der Innenstadt aufgerufen. Ein paar Dutzend Menschen standen dort im Kreis um Kerzen. Die Jugendkirche Effata in der Innenstadt nahe dem abgesperrten Bereich öffnete ebenfalls ihre Türen.

Laschet und Seehofer in Münster

Am Mittag trafen Bundesinnenminister Horst Seehofer, Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe, der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul und Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet am Tatort ein. Nach einer Schweigeminute legten die Politiker Blumen an dem Denkmal des reisenden Händlers ab, dem "Kiepenkerl", nach dem auch das Lokal in der Altstadt benannt ist. Von der Polizei ließen sie sich über den Tathergang informieren. Am Nachmittag wollten Seehofer, Reul und Laschet noch Statements abgeben.

Laschet und Seehofer am Tatort in Münster
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NRW-Innenminister Reul (v.li.), Bundesinnenminister Seehofer und NRW-Ministerpräsident Laschet am Tatort.

Zahlreiche Politiker reagierten entsetzt auf die Attacke und drückten den Betroffenen ihr Mitgefühl aus. Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärte, sie sei zutiefst erschüttert. "Es wird jetzt alles Denkbare zur Aufklärung der Tat und zur Unterstützung der Opfer und ihrer Angehörigen getan." Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier drückte sein Beileid aus.

"Diese schreckliche Tat hier mitten in der Altstadt von Münster hat mich zutiefst erschrocken, entsetzt, beunruhigt", sagte Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul. Sein Mitgefühl und seine tiefe Trauer gelte "denjenigen Familien, deren Angehörige verstorben sind oder die schwer verletzt sind oder zum Teil noch um ihr Leben ringen". Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil sagte: "Meine Gedanken sind bei den Todesopfern, unter denen sich auch eine Frau aus dem Landkreis Lüneburg befindet, und ihren Angehörigen."

Über dieses Thema berichtete WDR 2 am 08. April 2018 um 06:00 Uhr.

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