Ermittler untersuchen den Tatort in Münster | Bildquelle: dpa

Autoattacke in Münster Schwierige Suche nach dem Motiv

Stand: 08.04.2018 05:32 Uhr

Zwei tote Passanten und mehr als 20 Verletzte: Als gestern ein Campingbus in Münster in eine Menschenmenge raste und sich der Fahrer erschoss, deutete vieles auf einen Anschlag hin. Doch die Ermittler rätseln weiter über das Motiv.

Einen Tag nach der verheerenden Attacke mit einem Campingbus in der Innenstadt von Münster suchen die Ermittler mit Hochdruck nach dem Motiv des mutmaßlichen Täters. "Bislang liegen keine Hinweise auf einen möglichen Hintergrund für die Tat vor", teilte der zuständige Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt am frühen Morgen mit. Es werde in alle Richtungen ermittelt. Einen islamistischen Hintergrund hatte Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul aber bereits gestern weitgehend ausgeschlossen.

Todesfahrt in Münster
tagesthemen 23:15 Uhr, 07.04.2018, Caroline Imlau, WDR

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Die Polizei untersuchte in der Nacht weiter den Tatort, das Tatfahrzeug und durchsuchte die Wohnung des mutmaßlichen Täters. Es handelt sich nach Informationen von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" um einen 48-jährigen Deutschen ohne Migrationshintergrund aus Münster. Dieser war gestern um 15.27 Uhr mit seinem Campingbus in eine Menschengruppe gefahren, die sich vor dem Lokal "Großer Kiepenkerl" aufhielt. Dabei starben nach Behördenangaben zwei Passanten. Mehr als 20 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. Bei den Todesopfern handelt es sich um eine 51-jährige Frau aus dem Kreis Lüneburg und um einen 65-jährigen Mann aus dem Kreis Borken.

Keine Sprengsätze im Fahrzeug

Nach der Tat erschoss sich der Fahrer des Campingbusses selbst. In seinem Fahrzeug fanden die Ermittler entgegen ersten Anzeichen keine Sprengsätze. Am späten Abend teilten sie mit, dass von von dem Fahrzeug keine Gefahr ausgehe. Darin entdeckten sie neben der Tatwaffe auch eine Schreckschusswaffe und etwa ein Dutzend Feuerwerkskörper, sogenannte Polenböller.

Am Abend durchsuchten Polizisten auch die Wohnung des Tatverdächtigen. Sie öffneten dabei die Eingangstür mit einer Sprengung und stießen in den Räumen auf weitere Polenböller sowie auf eine Dekowaffe. Dabei handele es sich um eine unbrauchbar gemachte Maschinenpistole vom Typ AK 47.

Mutmaßlicher Täter war polizeibekannt

Zum Täter selbst machten die Ermittler bislang nur wenige weitere Angaben. Nach Informationen von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" soll er allerdings psychisch auffällig gewesen sein. ARD-Korrespondentin Marion Schmickler berichtete zudem, dass der Mann der Polizei als Kleinkrimineller bekannt gewesen sei.

Anwohner können in ihre Häuser zurückkehren

Die Polizei, die den Tatort weiträumig abgesperrt hatte, lobte das Verhalten der Bürger, die sich "vorbildlich verhalten und den Tatortbereich sehr schnell verlassen" hätten. Mittlerweile wurde die unmittelbare Umgebung wieder für die Anwohner freigegeben, die in ihre Wohnungen zurückkehren können. Die Ermittlungen und Sicherung von Spuren am Tatort soll allerdings den Tag über fortgesetzt werden, sodass mit weiteren Behinderungen in der Innenstadt gerechnet werden müsse.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 07. April 2018 um 23:15 Uhr.

Darstellung: