Polizei stoppt Hooligans auf Legida Demonstration in Leipzig | Bildquelle: AP

Jahrestag von "Legida" in Leipzig 250 rechte Hooligans festgesetzt

Stand: 12.01.2016 01:05 Uhr

Eine Lichterkette für Toleranz, aber zeitgleich auch randalierende Hooligans: In Leipzig haben Gegner und Anhänger der fremdenfeindlichen "Legida"-Bewegung demonstriert. Auch andernorts fanden Kundgebungen statt. In München gingen "Pegida"-Reden in einem Pfeifkonzert unter.

Anhänger und Gegner der islam- und fremdenfeindlichen "Pegida"-Bewegung sind in einigen deutschen Städten auf die Straße gegangen.

In Leipzig folgten mehrere Tausend Menschen einem Aufruf unter anderem von Oberbürgermeister Burkhard Jung und bildeten eine Lichterkette für Weltoffenheit und Toleranz. An der Aktion mit mehreren Veranstaltungen beteiligten sich nach Angaben der Studentengruppe "Durchgezählt" zwischen 2500 und 2900 Menschen.

Auf der Gegenseite versammelte "Legida" - am Gründungstag des Leipziger Ablegers von "Pegida" - nach Schätzungen der Polizei zwischen 2500 und 3400 Anhänger. Sie wurden von Demonstranten der Dresdner "Pegida"-Initiative unterstützt. Auch "Pegida"-Chef Lutz Bachmann kam nach Leipzig.

Gegner des islamkritischen "Legida"-Bündnisses demonstrieren in Leipzig | Bildquelle: dpa
galerie

Gegner des islamfeindlichen "Legida"-Bündnisses bilden eine Lichterkette.

Ausschreitungen rechter Hooligans

Im Leipziger Stadtteil Connewitz kam es zu Ausschreitungen. Leipzigs Polizeichef Bernd Merbitz sagte dem MDR, bei den Angreifern in Leipzig handele es sich um Fußball-Hooligans. 250 Personen des rechten Spektrums seien festgesetzt worden. Sie hätten Pyrotechnik gezündet und Schaufensterscheiben mit Steinen eingeworfen, so eine Polizeisprecherin. Die Polizei kündigte an, wegen besonders schweren Landfriedensbruchs gegen die Randalierer zu ermitteln.

Hooligan-Krawalle in Leipzig
tagesschau 15:00 Uhr, 12.01.2016, Susann Blum, MDR

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Pfeifkonzert gegen "Pegida" in München

In München demonstrierten mehr als 500 Menschen lautstark mit einem Pfeifkonzert gegen eine Versammlung von etwa 400 "Pegida"-Anhängern. Den "Pegida"-Sympathisanten stellte sich das Bündnis "München ist bunt" entgegen, auch die Antifa organisierte einen Protestzug.

Trotz einer emotional aufgeheizten Stimmung kam es zunächst nicht zu Zwischenfällen; allerdings lieferten sich die beiden Parteien über die Absperrgitter hinweg heftige Wortgefechte. Darüber hinaus verzögerte sich der "Pegida"-Umzug aufgrund von Sitzblockaden.

Ausschreitungen in Potsdam

Auch in der Potsdamer Innenstadt gab es Proteste. Mehrere Hundert Menschen demonstrierten gegen einen "Abendspaziergang" von "Pegida". Unter dem Motto "Potsdam bekennt Farbe" traten die Bürger für ein weltoffenes, tolerantes Brandenburg und die Integration von Flüchtlingen ein.

Nachdem die Proteste zunächst friedlich verliefen, versuchten "Pegida"-Gegner nach Angaben der Polizei, Teilnehmer des "Abendspaziergangs" anzugreifen, die von der Polizei zum Bahnhof geleitet wurden. Es flogen Steine und Böller, auch abgerissene Verkehrsschilder und Mülltonnen wurden geworfen. Augenzeugen berichteten von kleineren Rangeleien mit Polizisten. Die Beamten setzten Pfefferspray ein und das Polizeipräsidium beorderte zwei zusätzliche Einsatzhundertschaften nach Potsdam.

Darstellung: