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[Bildunterschrift: Peter Hintze wirbt für eine deutsche unbemannte Mondmission. ]
Der Luft- und Raumfahrtkoordinator der Bundesregierung, Peter Hintze, hat sich für den Start einer unbemannten deutschen Mondmission im Laufe des nächsten Jahrzehnts ausgesprochen. Im Zeitraum von fünf Jahren sollten dafür 1,5 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt werden, forderte er im gemeinsamen Morgenmagazin von ARD und ZDF. Ein solches Vorhaben könne der Wirtschaft etwa im Hinblick auf die Entwicklung neuer Technologien positive Impulse geben. Damit würde es zur Schaffung neuer Arbeitsplätze beitragen. Die Projektkosten wären damit "gut investiertes Geld", sagte der CDU-Politiker.
Hintze räumte allerdings ein: "Im Moment gibt es die Finanzen dafür noch nicht." Letztlich sei es an einer nächsten Bundesregierung, ein solches Programm zu beschließen. Am Nachmittag will der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft und Technologie auf einer Pressekonferenz seinen Tätigkeitsbericht vorstellen, in dem die Pläne für die Mondmission enthalten sind.
Eine deutsche Mondlandung sei "im Laufe des nächsten Jahrzehnts, etwa 2015" denkbar, sagte Hintze. Dabei plädierte er für eine Zusammenarbeit mit anderen europäischen Ländern und den USA. Einen besonderen Schwerpunkt bei der Raumfahrttechnologie setze Deutschland auf die Robotik, also bei automatisierten Systemen. Diese seien auch für Industrie und Medizin von hoher Bedeutung.
Auch nach Ansicht von Johann-Dietrich Wörner, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), ist Deutschland für eine Mondlandung bereit. "Die robotischen Kompetenzen haben wir", sagte er der Nachrichtenagentur AP. In den letzten Jahren kreisten japanische, indische, chinesische und amerikanische Sonden um den Mond. "Der Mond ist für uns wissenschaftlich hochinteressant, da er zahlreiche Geheimnisse birgt", erklärte er. Mit einem solchen Projekt könne man in Deutschland "hochinnovative Arbeitsplätze" erhalten und schaffen, die Technologieentwicklung vorantreiben und sich im internationalen Raumfahrtgeschehen hervorragend positionieren. Laut DLR hängen in Deutschland rund 6000 Arbeitsplätze direkt mit Raumfahrt zusammen, 60.000 indirekt.
[Bildunterschrift: Der Mond ist der einzige fremde Himmelskörper, der bisher von Menschen betreten wurde. ]
Dass sich Deutschland rund 40 Jahre nach der ersten Mondlandung mit einem solchen Vorhaben beschäftige, liege auch daran, dass die Raumfahrtnationen generell den Mond als Forschungsobjekt wiederentdeckt hätten, so Hintze. "Der Mond ist das Archiv unseres Sonnensystems", sagte Hintze. Die Weltraumforschung könne Antworten über die Frage liefern: "Wo kommen wir her, wo gehen wir hin?" Zudem könne sie zum Schutz der Erde vor Gefahren beitragen. "Der Mond ist so etwas wie ein natürlicher Raumflughafen der Erde", warb Hintze. Er sei auch eine hervorragende Forschungsplattform.
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