Bewaffnete Polizisten gehen in Potsdam über den Weihnachtsmarkt in der Brandenburger Straße. | Bildquelle: dpa

Festgenommenen geschlagen? "Diese Berichterstattung tut uns weh"

Stand: 30.12.2016 14:36 Uhr

"Diese Berichterstattung tut uns weh": Die Berliner Polizei weist Vorwürfe zurück, den vorübergehend Verdächtigen nach seiner Festnahme misshandelt zu haben. Die britische Zeitung "The Guardian" berichtete nach einem Gespräch mit ihm von Schlägen.

Die Berliner Polizei hat Vorwürfe zurückgewiesen, dem nach dem Berlin-Attentat festgenommenen Pakistaner Gewalt angetan zu haben. Dies sei "falsch und ohne Substanz", sagte Polizeisprecher Winfrid Wenzel im Gespräch mit tagesschau.de. "Dieser Person ist an keiner Stelle bei der Polizei Berlin Schaden zugefügt worden."

Vorwürfe für Polizei nicht nachvollziehbar

Die britische Zeitung "The Guardian" hatte nach einem Interview mit dem Pakistaner berichtet, er sei von Polizisten misshandelt worden. "Er erinnert sich daran, dass zwei Polizisten die Hacken ihrer Schuhe in seine Füße gruben, und dass einer mit einer Hand großen Druck auf seinen Nacken ausgeübt hat", heißt es in dem Artikel. Als er sich später gegen Fotos und Entkleidung gewehrt habe, hätten sie ihn geschlagen.

Für Polizeisprecher Wenzel sind diese Darstellungen nicht nachvollziehbar. Die Berliner Polizei habe sich nach der Entlassung um eine neue Unterkunft für den Mann gekümmert und ihm alle seine Sachen ausgehändigt. Dabei und auch davor habe es keine Probleme gegeben. Auch der Vorwurf, dass es bei der Vernehmung sprachliche Schwierigkeiten durch die Übersetzung gegeben habe, seien falsch.

"Berichterstattung tut uns weh"

Das Interview mit den Journalisten hingegen sei von einem Dolmetscher übersetzt worden, der weder gut Englisch noch die Muttersprache des Mannes aus Pakistan spreche, so Wenzel. Er gehe davon aus, dass es so zu Übersetzungsproblemen gekommen sei.

Nach den Vorwürfen in der britischen Zeitung "The Guardian" habe die Polizei Berlin erneut Kontakt mit dem Mann aufgenommen, um die Sache zu aufzuklären. Ergebnisse dazu sind noch nicht bekannt. "Diese Berichterstattung tut uns weh", sagte Polizeisprecher Wenzel.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 30. Dezember 2016 um 14:02 Uhr

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