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29.05.2012

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"Report Mainz": Tausende behinderte Frauen missbraucht
"Report Mainz" berichtet über neue Studie

Tausende behinderte Frauen sexuell missbraucht

Junges Mädchen als Opfer von häuslicher Gewalt (Foto: picture alliance / Photoshot) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Viele Frauen mit Behinderungen sind Opfer von psychischen und körperlichen Übergriffen. ]
Tausende behinderte Frauen sind in deutschen Heimen sexuell missbraucht worden. Nach Informationen des ARD Politikmagazin "Report Mainz" haben sechs Prozent der Frauen mit geistiger Behinderung in Heimen und Werkstätten Übergriffe erlitten. Das Magazin beruft sich dabei auf eine aktuelle Studie der Universität Bielefeld im Auftrag des Bundesfamilienministeriums.

Man könne davon ausgehen, dass "auf jeden Fall mehrere tausend Frauen" in deutschen Behinderteneinrichtungen sexuell missbraucht wurden, resümiert die Leiterin der Studie, Monika Schröttle. Zudem erlebt etwa jede dritte bis vierte Frau dort psychisch verletzende Handlungen und psychische Gewalt - teilweise so stark, "dass es als Psychoterror oder seelische Grausamkeit empfunden" wird. Die Täter seien meist andere Heimbewohner, aber auch Personal.

Links zum Thema:

Link Studie über Lebenssitutation behinderter Frauen

Ergebnisse der Studie von der Universität Bielefeld in der Kurzfassung [Universität Bielefeld]

"Sie können nicht einfach raus"

"Das Gravierende ist, dass die Frauen in den Einrichtungen nicht einfach raus können und dass es viel schwerer ist, Zugang zu Hilfe und Unterstützung zu bekommen", erklärt Sozialwissenschaftlerin Schröttle. Eigentlich sollten die Heime dafür sorgen, dass es keine Übergriffe gebe. Dort bestehe jedoch keine Meldepflicht, und die Heimaufsicht der Länder sei oft mangelhaft, kritisierte Hubert Hüppe, Beauftragter der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen.

"Es fehlen einfach auch Verfahren, die deutlich machen, wen ich ansprechen kann, wenn etwas passiert", sagte er gegenüber "Report Mainz". Fazit: Die Betroffenen stehen allein da.

Auch Jugendliche missbraucht

In einer repräsentativen Zusatzbefragung berichteten zudem drei von vier Frauen von "psychischen und körperlichen Übergriffen" in ihrer Jugend. Blinde und gehörlose Mädchen, die in Behinderteneinrichtungen untergebracht sind, waren besonders betroffen.

Georg Ehrmann, Vorsitzender der Deutschen Kinderhilfe, forderte Politik und Kommunen zum Handeln auf. Sie dürften nicht länger "die Augen zumachen", weil "etwas nicht sein kann, was nicht sein darf." Er spricht "vom größten Skandal in der Jugendhilfe seit dem zweiten Weltkrieg".

Stand: 14.02.2012 15:53 Uhr
 

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