Migrationsbericht 2011: Deutschland zieht mehr Zuwanderer an

Einwanderer in Deutschland

Zahl der Zuwanderer steigt

Deutschland zieht an

Deutschland hat als Zuwanderungsland an Attraktivität gewonnen und punktet zunehmend auch bei hoch qualifizierten Ausländern. Im Jahr 2011 zogen laut "Migrationsbericht 2011" der Bundesregierung 960.000 Personen nach Deutschland. Im Vergleich zu 2010 ist das ein Anstieg um 20 Prozent. Nach dem Bericht gab es 2011 insgesamt 280.000 mehr Zuzüge als Fortzüge. "Deutschland ist heute ein Einwanderungsland. Und das ist gut so. Denn wir brauchen Fachkräfte", sagte Staatsministerin Maria Böhmer.

Mehr Akademiker

Erhebliche Fortschritte machte die Bundesregierung bei der Anwerbung von hoch qualifizierten Kräften und Forschern, auch wenn die Zahlen noch gering sind. Die Zahl von Hochqualifizierten stieg 2011 um 69 Prozent gegenüber dem Vorjahr, die der Akademiker verschiedener Berufe verdoppelte sich auf 6536 Personen. Noch nicht erfasst seien die Effekte der erst 2012 beschlossenen EU-Blue-Card für hoch qualifizierte Fachkräfte, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert.

Deutschland gewinnt bei Zuwanderern an Attraktivität (Bildquelle: dpa)
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Deutschland gewinnt bei Zuwanderern an Attraktivität

Besonders deutlich sei die verstärkte Zuwanderung von Menschen aus EU-Mitgliedsstaaten. 62 Prozent aller Zuwanderer kamen 2011 aus einem anderen EU-Land. Die wichtigsten Herkunftsländer waren Polen, Rumänien und Bulgarien. Gestiegen ist aber auch die Zahl der Zuzüge aus EU-Ländern, die besonders von der Finanzkrise betroffen sind, wie Böhmer betonte. Viele von ihnen seien gut ausgebildet und erhofften sich in Deutschland bessere berufliche Perspektiven als in ihrem Heimatland. Aus Griechenland kamen 84 Prozent mehr Einwanderer, aus Spanien 31 Prozent mehr als 2010.

Ruf nach neuen Gesetzen

Auch die illegale Einwanderung nahm dem Bericht zufolge wieder zu - nach einem leichten Rückgang 2010. Insgesamt wurden gut 21.000 illegal eingereiste Personen registriert und 3400 beim Versuch der illegalen Einreise zurückgewiesen.

Laut Bundesregierung bleibt Deutschland im europäischen Vergleich "ein Hauptzielland von Migration" und hat in den vergangenen Jahren an Attraktivität für Zuwanderer gewonnen. "Die Zuwanderung kann uns stärken, wenn wir sie richtig gestalten", sagte Böhmer weiter. "Wir dürfen deshalb die Fehler vergangener Jahrzehnte nicht wiederholen und die Zuwanderer sich selbst überlassen. Zuwanderung und Integration müssen stets zusammengedacht werden."

Die Grünen forderten zügige Gesetzesänderungen, um mit dem Zustrom von Einwanderern besser umgehen zu können. Notwendig sei eine vereinfachte Einbürgerung sowie das kommunale Wahlrecht auch für Nicht-EU-Bürger, sagte der migrationspolitische Sprecher der Grünen, Memet Kilic.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 30. Januar 2013 um 12:00 Uhr.

Stand: 30.01.2013 15:34 Uhr

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