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Auf dem Arbeitsmarkt und im Bildungsbereich ist die Situation vieler Zuwanderer nach wie vor dramatisch - das ist das Fazit der Integrationsbeauftragten Böhmer, die den Bericht zur Lage der Ausländer in Deutschland vorgestellt hat. Die Integrationsanstrengungen müssten verstärkt werden, so Böhmer.
Von Torsten Mandalka, RBB, ARD-Hauptstadtstudio
[Bildunterschrift: Viele Migrantenkinder haben nur Hauptschulabschluss, manche sogar gar keinen Schulabschluss. ]
Deutschlands Kinder sind immer öfter keine Inländer. Ein Drittel von ihnen stammt aus Migrantenfamilien. Und obwohl die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer, von stetigen Erfolgen in der Integrationspolitik spricht, sagt sie auch: "Wir sind noch lange nicht am Ziel, und wir haben es nach wie vor mit Großbaustellen zu tun: im Bereich der Sprache, der Bildung, der Ausbildung und im Arbeitsmarkt. Noch kann von Chancengleichheit und gleichberechtigter Teilhabe der Migranten keine Rede sein."
Denn immer noch verlassen zu viele von ihnen nur mit einem Hauptschulabschluss die Schule, fast 14 Prozent bleiben sogar völlig ohne Schulabschluss. Das ist besonders in den großen Städten wie Berlin oder Bremen der Fall - oder in West-Flächenländern wie Hessen oder dem Saarland. Andererseits sind beispielsweise in Brandenburg, das eine insgesamt geringe Migrantenquote hat, kaum Unterschiede zu deutschen Schülern auszumachen. Der mangelnde Schulerfolg liegt oft am Bildungsstand, an fehlender Bildungsorientierung des Elternhauses oder an der frühkindlichen Prägung.
[Bildunterschrift: Die Integrationsbeauftragte schlägt ein beitragsfreies Kindergartenjahr für alle Kinder vor. ]
"Da wir nach wie vor weniger Kinder aus Zuwandererfamilien haben, die in den Kindergarten geschickt werden, im Vergleich zu Nicht-Migrantenkindern, spreche ich mich mit allem Nachdruck dafür aus, dass es zu einem verpflichtenden, beitragsfreien letzten Kindergartenjahr kommt - damit wirklich alle Kinder die Chance haben, schon im Kindergarten früh gefördert zu werden", so Böhmer.
Aber auch danach - in den Schulen - gibt es immer noch erhebliche Defizite. "Wir brauchen Schulen mit mehr Lehrkräften, mit mehr Schulsozialarbeitern, die vor allen Dingen ein größeres Zeitbudget haben. Das heißt, wir brauchen Ganztagsschulen“, fordert Böhmer.
[Bildunterschrift: Maria Böhmer, die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung ]
Das alles kostet Geld, und es geht zu Lasten der Länder. Die klagen über immer mehr Forderungen des Bundes bei zurückgehender Unterstützung. Die Staatsministerin im Kanzleramt macht in diesem Zusammenhang aber auf die Bildungsrendite aufmerksam: Wer hier mehr investiert, muss nachher bei der Sozialhilfe nicht so viel ausgeben. Insgesamt gibt es in Deutschland jedoch nach wie vor ein Akzeptanzproblem, weswegen die Republik auch zum Auswanderungsland wird. Gerade die Migranten, die es geschafft haben, ziehen vermehrt wieder weg.
"Wir brauchen jeden klugen Kopf hier in Deutschland. Und ich bedauere es sehr, wenn sich jungen Menschen aus Zuwandererfamilien, die hier aufgewachsen sind, dann sagen, sie überlegen sich, ob sie in das Heimatland ihrer Eltern zurückkehren. Sie müssen die Chancen auch in unserem Land haben", so die Integrationsbauftragte weiter, "und dazu gehört, dass wir sie mit offenen Armen nicht nur umgeben, sondern dass sie in der Wirtschaft reale Chancen haben." Man solle sich doch die Nationalmannschaft zum Vorbild nehmen, so Böhmer weiter. Sie zeige, dass Vielfalt das Erfolgsmodell für Deutschland sei.
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