AfD Co-Vorsitzender Jörg Meuthen | Bildquelle: REUTERS

Wechsel ins Europaparlament AfD-Chef Meuthen zieht die Europa-Karte

Stand: 07.11.2017 16:07 Uhr

Brüssel und Straßburg statt Stuttgart: AfD-Chef Meuthen will ins Europäische Parlament wechseln. Dort wolle er die AfD wieder stark machen. Zugleich verschafft sich Meuthen damit mehr Zeit für Parteiarbeit, auch wenn er sein Landtagsmandat erstmal behalten will.

Der AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen will Abgeordneter seiner Partei im Europäischen Parlament werden. Dafür gibt er am 30. November den Fraktionsvorsitz im Landtag von Baden-Württemberg auf. Sein Landtagsmandat werde er aber "für eine notwendige Übergangszeit" behalten, schrieb Meuthen in einer E-Mail an seine Parteikollegen. Als neuen Chef der Landtagsfraktion schlug Meuthen seinen bisherigen Stellvertreter vor, den 62 Jahre alten Bernd Gögel.

Meuthen rückt für Beatrix von Storch nach

"Das ist eine langfristig strategische Zielsetzung", sagte der 56-Jährige. Er wolle die eurokritische AfD wieder stark machen auf europäischer Ebene. Im Europaparlament folgt Meuthen auf Beatrix von Storch, die in den Bundestag gewechselt ist.

Die stellvertretende AfD-Parteivorsitzende Beatrix von Storch spricht beim AfD-Bundesparteitag in Stuttgart.
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Von Europa in den Bundestag: Beatrix von Storch

Der Bundeswahlleiter hatte zuvor bestätigt, dass Meuthen auf der Liste der aktuelle Nachrücker sei. Das Verfahren über die Berufung eines Listennachfolgers für die aus dem Europaparlament ausgeschiedene Abgeordnete von Storch sei aber noch nicht abgeschlossen, teilte eine Sprecherin der Behörde mit. 

Parteiinterne Kritik

Der AfD-Bundestagsabgeordnete Uwe Witt kritisierte, dass Meuthen sein Landtagsmandat nicht sofort abgeben will. "Damit nimmt er einem anderen Parteimitglied den Platz weg", sagte Witt der Deutschen Presse-Agentur. "Fatal" sei diese Entscheidung auch, weil Meuthen dieses Verhalten zuvor selbst kritisiert habe - unter anderem bei Marcus Pretzell, der inzwischen aus der AfD ausgeschieden ist.

Dass Meuthen die Europa-Karte ziehen könnte, war in der AfD schon seit Wochen spekuliert worden. Vorteil aus seiner Sicht: Er dürfte dann auch mehr Zeit haben für die Parteiarbeit, die ihm als stark eingespannter Fraktionschef im Stuttgarter Landtag fehlt. Meuthen will im Dezember erneut als Bundesvorsitzender seiner Partei kandidieren.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 07. November 2017 um 18:37 Uhr.

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