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Verdacht auf Insiderhandel Durchsuchung bei Handelskonzern Metro

Stand: 03.11.2017 20:04 Uhr

Die Finanzaufsicht Bafin hat Strafanzeige wegen des Verdachts auf Insiderhandel und der Marktmanipulation gegen Manager der Metro erstattet. Polizei und Staatsanwaltschaft durchsuchten die Zentrale des Handelskonzerns in Düsseldorf.

Der Handelsriese Metro und zwei seiner Topmanager sind ins Visier der Justiz geraten. "Heute Vormittag haben Polizei und Staatsanwaltschaft eine Durchsuchung in den Räumlichkeiten der Metro AG durchgeführt", berichtete ein Sprecher des Unternehmens.

Die BaFin in Bonn
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Die BaFin hatte bei der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft wegen möglichen Insiderhandels mit Metro-Aktien Strafanzeige erstattet.

Nach Informationen von "Spiegel Online" suchten die Ermittler nach Beweismaterial für den Vorwurf, dass der Handelskonzern und einige seiner führenden Mitarbeiter bei der Ankündigung der Aufspaltung des Konzerns gegen das Wertpapierhandelsgesetz verstoßen haben könnten. Metro hatte im Frühjahr 2016 angekündigt, sich in zwei unabhängige, börsennotierte Geschäftseinheiten aufzuteilen. Die Aufspaltung war im Juli erfolgt.

Eine Sprecherin der Wertpapier-Aufsicht BaFin bestätigte, dass die Behörde bei der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft Strafanzeige wegen möglichen Insiderhandels mit Metro-Aktien erstattet habe. Außerdem bestehe der Verdacht der Marktmanipulation durch die Zurückhaltung von veröffentlichungspflichtigen Informationen.

Metro weist Vorwürfe zurück

Details nannte die BaFin nicht. Der Vorwurf des Insiderhandels richtet sich gegen Metro-Aufsichtsratschef Jürgen Steinemann und ein Vorstandsmitglied. Dieser soll nach einem "Spiegel"-Bericht am 22. Februar 2016, kurz nach seiner Wahl an die Spitze des Gremiums, für gut eine Million Euro 43.000 Aktien der damaligen Metro AG gekauft haben. Neben Steinemann habe auch ein Vorstandsmitglied vor der Aufspaltungsmitteilung Aktien gekauft, auch dieser Spitzen-Manager werde des Insiderhandels verdächtigt.

Jürgen Steinemann | Bildquelle: picture alliance /
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Der Vorwurf des Insiderhandels richtet sich gegen Metro-Aufsichtsratschef Jürgen Steinemann.

Ein Metro-Sprecher sagte: "Zu dem Zeitpunkt, zu dem Herr Steinemann und ein Vorstandsmitglied Aktien erworben haben, lag keine Insider-Information vor." Auch der Konzern habe nicht gegen das Wertpapierhandelsgesetz verstoßen. Die Metro habe die Nachricht von der beabsichtigen Aufspaltung pünktlich und unter Beachtung aller einschlägigen Vorschriften kommuniziert. Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf kündigte für Montag eine Erklärung an.

Metro kooperiere in vollem Umfang mit den Ermittlungsbehörden, sagte ein Sprecher des Düsseldorfer Konzerns. Den Vorwurf des Insiderhandels wies er zurück.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 03. November 2017 um 16:00 Uhr.

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