Angela Merkel | Bildquelle: dpa

Stopp türkischer Wahlkampfauftritte Merkel nimmt's zur Kenntnis

Stand: 22.03.2017 14:49 Uhr

Mehrere deutsche Politiker haben das Ende türkischer Wahlkampfauftritte in Deutschland begrüßt. Bundeskanzlerin Merkel bleibt dagegen im SR-Interview zurückhaltend. Das Wort "erleichtert" vermied sie - sie nehme die Entscheidung erstmal zur Kenntnis.

Von Andrea Müller, ARD-Hauptstadtstudio

Das Wort erleichtert nimmt Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht in den Mund. Im Interview mit dem Saarländischen Rundfunk reagiert sie vielmehr zurückhaltend auf den Stopp türkischer Wahlkampfauftritte in Deutschland. Durch die inakzeptablen Nazi-Vergleiche habe sich eine Spannung aufgebaut in den deutsch-türkischen Beziehungen - deshalb nehme sie die Entscheidung erstmal zur Kenntnis, sagte Merkel. Dass sie zur Befriedung der Situation beitragen könnte, glaube sie aber schon.

Deeskalation oder natürliches Ende?

Vorsichtig bleibt die Kanzlerin auch bei der Frage nach möglichen Motiven der türkischen Seite. Ob das Ende der Auftritte ein Beitrag zur Deeskalation bedeute, könne sie nicht bewerten. Die Phase der Wahlkampfveranstaltungen sei vielleicht auch zu einem natürlichen Ende gekommen.

Die Bundesregierung sei gesprächsbereit, versicherte die Bundeskanzlerin. Deutschland habe kein Interesse an einer Eskalation der Beziehungen zur Türkei. Nur im Gespräch könnten Lösungen gefunden werden. Aber, so Merkel, manchmal gebe es Zeiten, wo Lösungen etwas auf sich warten lassen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 21. März 2017 um 20:00 Uhr.

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