Bundeskanzlerin Angela Merkel | Bildquelle: dpa

Nach Kritik von SPD Merkel räumt Fehler im NRW-Wahlkampf ein

Stand: 15.05.2017 17:21 Uhr

Sie verbreite Lügen im Wahlkampf: so die scharfe Kritik der SPD an Bundeskanzlerin Merkel am Wahlabend in Nordrhein-Westfalen. Das hat die CDU-Chefin nun entschieden zurückgewiesen - aber auch Fehler eingeräumt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat einen faktischen Fehler im nordrhein-westfälischen Wahlkampf eingeräumt, Lügen-Vorwürfe der SPD aber zurückgewiesen. "Im Zusammenhang mit den Verkehrproblemen in NRW hatte ich eine veraltete Zahl genannt, die 2016 oder 2017 nicht entsprach", sagte Merkel nach Sitzungen der CDU-Führungsgremien in Berlin.

"Noch schöner ist: Die Fakten sind richtig"

"Das war's dann aber auch. (...) Man soll seine Fakten ordentlich zusammen haben - in diesem Falle hatte ich das nicht." Und sie fügte ironisch hinzu: "Ich benenne die Fakten, wie sie sind. Noch schöner ist: Die Fakten sind richtig."

Aber Verkehrsprobleme seien in Nordrhein-Westfalen auch so ein großes Thema für die Wähler gewesen, betonte Merkel. "Und ehrlich gesagt glaube ich insgesamt, dass der Wahlkampf auf anderen Ebenen entschieden wurde." Der CDU-Landesvorsitzende Armin Laschet verwies darauf, dass die Jahreszahl zwar falsch gewesen sei, es aber in NRW seit Jahren tatsächlich einen Mangel an Planungen für Infrastrukturprojekte gebe.

Schwesig: Wahlkampf in "Wutbürger"-Manier

Hintergrund sind Vorwürfe von SPD-Politikern in den vergangenen Tagen, dass Merkel im NRW-Wahlkampf fälschlicherweise behauptet hatte, dass die rot-grüne Landesregierung im vergangenen Jahr nicht alle Bundesmittel für Verkehrsprojekte abgerufen habe. Dies sei falsch. Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) hatte der CDU am Sonntagabend einen Wahlkampf in "Wutbürger"-Manier vorgeworfen. "Das nehme ich der SPD nicht übel", sagte Merkel zu der Kritik. Es sei im Wahlkampf ganz normal, dass Parteien sich kritisierten.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 15. Mai 2017 um 16:41 Uhr

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