Merkel und Hollande nach dem Gipfel im Kanzleramt | Bildquelle: REUTERS

Hollande in Berlin Abschied eines Angeschlagenen

Stand: 13.12.2016 05:34 Uhr

Ein kraftstrotzender Präsident war Hollande nie. Aber jetzt kommt er als Angeschlagener nach Berlin. Es dürfte einer seiner letzten Besuche bei Kanzlerin Merkel sein. Ein Rückblick auf ein deutsch-französisches Paar, das erst langsam zueinander fand.

Von Angela Ulrich, ARD-Hauptstadtstudio

Eine richtig dicke Liebe war es nie. Anders als beim Vorgänger Nicolas Sarkozy gibt es nicht mal einen gemeinsamen Namen à la "Merkozy" für das Duo Merkel - Hollande. Die Kanzlerin fremdelte zunächst mit dem Sozialisten. Sie hatte eher Wahlkampf für Sarkozy gemacht. Das nimmt Hollande ihr übel. Aber dann kommen die langen Verhandlungsnächte von Minsk. Hollande erinnert sich: "Ich hatte die Gelegenheit, die Hartnäckigkeit der Kanzlerin zu bewundern. Dadurch hat sie das Abkommen zustande gebracht."

Sabine Rau, ARD Berlin, zum Treffen zwischen Merkel und Hollande
tagesschau 12:00 Uhr, 13.12.2016

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Der französische Präsident und die deutsche Kanzlerin finden eine Sprache. Und eine Entschiedenheit, über den Friedensprozess für die Ukraine, dessen Format den Namen der französischen Normandie trägt. Ein Zeichen des Respekts von Merkel für Hollande. Sie lädt ihn dann auch in ihre Heimat ein, nach Stralsund: "Ganz besonders grüße ich den französischen Präsidenten Hollande. Und ich möchte mich bei ihm bedanken, dass er bereit war, in meine politische Heimat zu kommen und ein Stück Deutschland kennenzulernen, das ihm vielleicht noch nicht so bekannt war."

Angela Merkel und François Hollande im Beinhaus von Douaumont
galerie

Hollande und Merkel beim gemeinsamen Gedenken an die Opfer von Verdun. (Archivbild vom 29.05.2016)

Zusammen für Klimaschutz

Auch bei einem anderen gemeinsamen Ziel, dem Klimaschutz, ziehen Kanzlerin und Präsident an einem Strang. Merkel macht zumindest international Druck, so dass es vorangeht beim UN-Klimaabkommen. Der Abschluss in Paris ist eine Sternstunde, für Frankreich und für Deutschland. Die beiden sind wichtige Partner, wie Hollande klar machte: "Ich kann Ihnen bestätigen, dass wir gemeinsam mit der Kanzlerin alles tun, um nützlich zu sein in Europa und darüber hinaus und auch unsere beiden Länder einander näher zu bringen."

Beide, Hollande und Merkel, ticken ähnlich, sagt die Politikwissenschaftlerin Isabelle Maras - sie sind beide keine Hektiker, im Gegenteil: "Sie haben sich entdeckt, dazu brauchte Hollande seine Zeit. Ich glaube, dass er die Langsamkeit des Entscheidungsprozesses der Kanzlerin genießt. Das entspricht mehr seiner Art. Er ist keine impulsive Person."

Und dann sind da noch die Dramen, die Merkel und Hollande zusammenrücken lassen. Sie ist es, die nach dem Attentat auf die Karikaturisten von "Charlie Hebdo" als erste in Paris anruft. Später dann bietet sie erneut Hilfe an, nach den Attentaten in der französischen Hauptstadt oder in Nizza. Er spricht sein Beileid aus, zum Flugzeugunglück mit deutschen Opfern in den französischen Alpen.

In der Flüchtlingspolitik lässt er Merkel allein

Wo Merkel von Hollande mehr erwartet hätte, war bei ihrer Flüchtlingspolitik. Da hält sich der Präsident in Paris zunächst zurück. Er ist keine wirkliche Hilfe für die Kanzlerin bei EU-Verteilungsquoten. Hollande sitzt der rechtspopuläre Front National im Nacken und eine besorgte Bevölkerung nach den Attentaten. Beim gemeinsamen Schutz der Außengrenzen und dem EU-Türkeiabkommen steht Hollande dann wieder klarer bereit.

Heute wird es zwischen den beiden erneut um Krisen gehen. Syrien. Der Brexit. Und um Digitales. Beide sprechen bei einer großen deutsch-französischen Digitalkonferenz im Wirtschaftsministerium. Die Kanzlerin braucht Frankreich. So gebeutelt das Land selbst auch sein mag. 

Abschiedsbesuch eines Angeschlagenen: Hollande bei Merkel
A. Ulrich, ARD Berlin
12.12.2016 18:07 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandradio am 13. Dezember 2016 um 06:40 Uhr

Korrespondentin

Angela Ulrich Logo RBB

Angela Ulrich, RBB

Darstellung: