NSA-Abhöraffäre Es war das Partei-Handy

Stand: 25.10.2013 04:11 Uhr

Angela Merkel mit Handy | Bildquelle: dpa
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Hat ihr Kommunikationsverhalten nicht geändert: Merkel mit Handy

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am Rande des EU-Gipfel das Rätsel aufgelöst, welches Handy mutmaßlich vom amerikanischen Geheimdienst NSA abgehört wurde. Sie habe beruflich nur ein Handy, das aber auf Konto der Partei laufe, "damit ja nie der Eindruck entsteht, ich würde Regierungsgelder für Parteikommunikation verwenden".

Für alle staatspolitischen relevanten Kommunikationen gebe es hingegen Festnetzleitungen, sogenannte Kryptoleitungen - und wenn man nicht am Ort sei auch "Kryptohandys", betonte sie. Staatspolitisch relevante Kommunikation werde von solchen Handys geführt und nicht mit ihrem Mobiltelefon.

"Im Grunde hört jeder immer das Gleiche von mir"

Sie habe sich bereits 2005, dem Jahr ihres Amtsantrittes als Kanzlerin, für eine Parteifinanzierung ihres Handys entschieden. Ansonsten sei die Aufspaltung zwischen dem, was Partei- und Regierungshandel sei, "oft sehr, sehr schwer zu treffen". Merkel betonte, dass sie seit den Berichten über Abhöraktionen ihr Kommunikationsverhalten nicht geändert habe. Sie habe eine "konsistente Logik" ihrer Gespräche. Deshalb glaube sie, dass jeder, der mit ihr rede, "im Grundsatz immer das Gleiche hört."

Nach einem Bericht von faz.net sei schon an der Telefonnummer des mutmaßlich abgehörten Handys zu erkennen gewesen, dass es sich um einen normalen handelsüblichen Mobilfunkvertrag handele - solch ein Handy dürfe die Kanzlerin aus Sicherheitsgründen eigentlich nicht mit sich herumtragen. Allerdings, so der Bericht, würden etliche Bundesminister trotz Verbots private Telefone benutzen: Die abhörsicheren Geräte seien in der Handhabung sperrig und langsam.

Jene "Krypto-Handys" sind ausgestattet mit einer Technik, die Gespräche, SMS-Nachrichten und E-Mails abhörsicher verschlüsseln können. Allerdings muss dazu vor dem Gespräch oder dem Versenden einer Nachricht ein entsprechender Code eingegeben werden. Geschieht dies nicht, sind die Daten nicht abhörsicher. Auch der Telefonpartner muss mit solch einem "Krypto-Handy" ausgestattet sein, damit das Gespräch nicht abgehört werden kann.

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