Bundeskanzlerin Angela Merkel in der ARD-Talkshow "Anne Will" | Bildquelle: NDR/Wolfgang Borrs HANDOUT/EPA-E

Nach G7-Eklat durch Trump "Nicht über den Tisch ziehen lassen"

Stand: 10.06.2018 22:27 Uhr

Als "ernüchternd" und "deprimierend" hat Kanzlerin Merkel die Absage des US-Präsidenten an die G7-Abschlusserklärung bezeichnet. In der ARD-Talkshow "Anne Will" betonte sie, man lasse sich in Handelsfragen nicht "über den Tisch ziehen".

Auf den jüngsten Affront von US-Präsident Donald Trump haben Politiker in EU und Bundesrepublik mit Enttäuschung reagiert.

"Die Rücknahme per Tweet ist natürlich ernüchternd und auch ein Stück deprimierend", sagte Kanzlerin Merkel in der ARD-Talksendung "Anne Will" zu Trumps Rückzug aus der gemeinsamen G7-Abschlusserklärung.

Der US-Präsident hatte sich nach seiner Abreise von dem Gipfel per Twitter von dem Kommuniqué distanziert - mit Verweis auf Äußerungen des kanadischen Ministerpräsidenten Justin Trudeau. Dieser hatte angekündigt, die beschlossenen Gegenzölle auf Waren aus den USA ab dem 1. Juli in Kraft zu setzen - die Verhängung von US-Zöllen auf Stahl und Aluminium sei für die Kanadier "in gewisser Weise beleidigend".

Reaktionen auf G7-Eklat
Morgenmagazin, 11.06.2018, Anja Köhler, ARD Berlin

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"Unheimlich viel Vertrauen sehr schnell zerstört"

Merkel sagte dazu, auch die EU werde Gegenmaßnahmen gegen die US-Zölle ergreifen: "Wir lassen uns nicht eins ums andere Mal über den Tisch ziehen. Wir handeln dann auch", sagte sie. Die EU werde sich dabei aber an die Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) halten. Ein Ende der G7-Gipfel sieht Merkel nach dem Eklat durch Trump jedoch ebenso wenig gekommen wie das Ende der transatlantischen Beziehungen.

Bundesaußenminister Heiko Maas hatte zuvor auf Twitter festgestellt, ein vereintes Europa sei die Antwort auf Trumps Credo "America first". Mit einem Tweet könne "unheimlich viel Vertrauen sehr schnell zerstört werden." Umso wichtiger sei es, dass Europa zusammenstehe und seine Interessen offensiver vertrete.

Die französische Regierung betonte, die internationale Zusammenarbeit könne nicht von Wutanfällen oder Kurzbotschaften abhängen. Frankreich fühle sich an die Schlusserklärung gebunden.

Ein Platz im Himmel für Trudeau

EU-Ratspräsident Donald Tusk reagierte mit hintersinnigem Humor auf den Eklat. Auf Twitter dankte er Kanada für die Ausrichtung des G7-Gipfels und schrieb: "Es gibt einen besonderen Platz im Himmel für Justin Trudeau".

Zuvor hatte Trumps Handelsberater Peter Navarro Trudeau mit dem Jüngsten Gericht gedroht: "Es gibt einen besonderen Ort in der Hölle für alle ausländischen Staats- und Regierungschefs, die gegenüber Donald Trump arglistige Diplomatie betreiben und versuchen, ihm in den Rücken zu stechen, wenn er zur Tür geht", sagte er im Fernsehsender Fox, der als besonders konservativ gilt.

Über dieses Thema berichteten die Tagesthemen am 10. Juni 2018 um 22:45 Uhr.

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