Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht in Darmstadt (Hessen) auf der abschließenden Zukunftskonferenz ihrer Partei | Bildquelle: dpa

Flüchtlinge auf der Balkanroute Merkel warnt vor Grenzschließung

Stand: 03.11.2015 08:39 Uhr

Vor allem die CSU fordert von Kanzlerin Merkel einen härteren Kurs in der Flüchtlingspolitik. Doch die Kanzlerin warnt nun davor, Grenzen zu schließen. Dies könnte zu militärischen Konflikten auf dem Balkan führen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat vor militärischen Auseinandersetzungen gewarnt, wenn Deutschland die Grenze zu Österreich für Flüchtlinge schließen sollte. "Es wird zu Verwerfungen kommen", sagte Merkel mit Blick auf die Erfahrungen mit dem ungarischen Zaunbau an der Grenze zu Serbien.

Merkel sieht gefährliche Dynamik

Es gebe heute auf dem westlichen Balkan zum Teil schon wieder solche Spannungen, dass sie jüngst um eine Konferenz zur Balkanroute gebeten habe. "Denn ich will nicht, dass dort wieder (...) militärische Auseinandersetzungen notwendig werden", sagte sie auf einer CDU-Veranstaltung in Darmstadt. Sie wolle nicht schwarzmalen. Aber es gehe schneller als man denke, dass aus Streit Handgreiflichkeiten und daraus dann Entwicklungen würden, die niemand wolle.

Wegen des hohen Flüchtlingszustroms über die Balkanroute war es zu erheblichen Spannungen zwischen Balkanstaaten gekommen. Der ungarische Zaun habe dazu geführt, dass die Menschen dann über Kroatien, Slowenien oder Rumänien weiter strebten, sagte Merkel.

Solidarische Lösung gefordert

Nach dem Bau eines Zauns an der deutsch-österreichischen Grenze würden die Flüchtlinge versuchen, über andere Länder nach Deutschland zu gelangen. Es sei Aufgabe der Bundesrepublik als großem EU-Staat, eine andere, solidarische Lösung in der Flüchtlingskrise in Europa durchzusetzen. Diese gehe nur Schritt für Schritt. "Ich bin mir ziemlich sicher, dass man das hinbekommen kann", sagte Merkel.

Merkel steht innerhalb der Union unter Druck, die Zahl der Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen, zu begrenzen. So fordert die CSU einen härteren Kurs der Kanzlerin in der Flüchtlingspolitik. Zuletzt hatte sich Merkel aber dennoch mit CSU-Chef Horst Seehofer auf die Einrichtung von Transitzonen geeinigt, die lehnt der Koalitionspartner SPD aber vehement ab.

CDU berät in Darmstadt über Flüchtlingspolitik
tagesschau24 09:00 Uhr, 03.11.2015, Natalia Bachmayer, ARD Berlin

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