Merkel zur EU "Muss alles einheitlich geregelt werden?"

Stand: 25.02.2017 03:35 Uhr

Mecklenburg-Vorpommerns CDU bestimmt heute die Landesliste für die Bundestagswahl. Auf Platz 1 wird wohl Kanzlerin Merkel stehen. Die war gestern in ihrem Wahlkreis Stralsund zu Gast - und mahnte dort unter anderem Reformen in der EU an.

Merkel in Stralsund | Bildquelle: dpa
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Merkel bei ihrem Besuch in Stralsund

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat eine stärkere Konzentration der Europäischen Union auf ihre Kernaufgaben angemahnt. Beim Jahresempfang in ihrem Wahlkreis in Stralsund sagte sie, man müsse darüber sprechen, was wichtig sei für Europa und wo die EU ein wenig zurücktreten könne.

Als Beispiele nannte sie Regelungen im Umweltschutz und bei Ausschreibungsverfahren. Hier müsse man sich fragen: "Muss das alles einheitlich europäisch geregelt werden oder kann man da nicht ein bisschen Spielraum lassen?" Europa befinde sich in einer "herausfordernden, man kann sagen, krisenhaften" Situation, so Merkel. Dies sei eine Möglichkeit, die die Achtung vor Europa an vielen Stellen wieder steigern könnte.

"Ein Jahr, in dem es auf jeden und jede ankommt"

Merkel stimmte die rund 400 Gäste aus der regionalen Wirtschaft, Politik und Kultur auf den bevorstehenden Bundestagswahlkampf ein. "Dieses Jahr ist ein Jahr, in dem es auf jeden und jede ankommt", sagte sie. Die Menschen spürten, dass manche Gewissheiten nicht mehr so gewiss seien, wie sie es vielleicht gedacht hätten.

Bei der Wahl am 24. September wird Merkel in ihrem Wahlkreis, der Nordvorpommern mit der Insel Rügen umfasst, erneut als Direktkandidatin antreten. Sie war Ende Januar von der Parteibasis mit knapp 96 Prozent gewählt worden. Heute bestimmt die Landes-CDU die Landesliste für die Bundestagswahl. Es gilt als sicher, dass Merkel von den rund 150 Delegierten mit großer Mehrheit auf Platz eins dieser Liste gewählt wird.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 24. Februar 2017 um 23:00 Uhr.

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