Bundskanzlerin Merkel am Flughafen von Abu Dhabi | Bildquelle: dpa

Merkel-Reise Nächster Stopp: Abu Dhabi

Stand: 01.05.2017 11:50 Uhr

Kanzlerin Merkel ist zu einem Besuch in den Vereinigten Arabischen Emiraten eingetroffen. Mit dem Kronprinzen will sie über den anstehenden G20-Gipfel sprechen - aber auch die Konflikte in der Region sind wichtige Themen. In der Flüchtlingspolitik wollen beide Länder enger zusammenarbeiten.

Nach Saudi Arabien nun die Vereinigten Arabischen Emirate - Bundeskanzlerin Angela Merkel ist zu einem Kurzbesuch in Abu Dhabi eingetroffen. Dort trifft sie den Kronprinzen der Vereinigten Arabischen Emirate, Scheich Mohammed bin Said al-Nahjan. Mit ihm will Merkel über den Gipfel der großen Industrie- und Schwellenländer (G20) sprechen, der im Juli in Hamburg stattfindet. Dabei geht es unter anderem um Klimaschutz und Frauenförderung. Außerdem sind die Konflikte in Syrien, Libyen und im Jemen wichtige Themen.

Merkel wird von einer großen Wirtschaftsdelegation begleitet, denn trotz ihrer geringen Einwohnerzahl von etwas mehr als neun Millionen zählen die Emirate zu den wichtigsten Handelspartnern für Deutschland: 900 deutsche Firmen arbeiten dort.

Im Vorfeld des Besuchs kündigten die Emirate an, sie wollten in der Flüchtlingshilfe und beim Kampf gegen die Armut mit Deutschland zusammenarbeiten. Pro Kopf gerechnet seien die Emirate der größte Geber weltweit, sagte ihr Botschafter in Berlin, Ali Abdullah al-Ahmed, der Nachrichtenagentur dpa. Da Deutschland auf diesem Gebiet auch sehr aktiv sei, sehe sein Land deshalb neue Möglichkeiten für eine Kooperation mit Deutschland.

Emirate warnen vor radikalen Predigern

Ahmed riet zur Wachsamkeit gegenüber radikalen islamischen Predigern in Deutschland. "Es ist sehr wichtig, dass man darauf achtet, welche Art von Botschaft Prediger in der Moschee in Europa an die Einwanderer weitergeben", sagte er.

Zu Forderungen deutscher Politiker, die reichen Golf-Monarchien sollten mehr arabische Flüchtlinge aufnehmen, sagte er, in den Emiraten lebten 275.000 Syrer. Sein Land habe außerdem zugesagt, in den kommenden drei Jahren 15.000 Flüchtlinge aus Syrien aufzunehmen. Die Emirate hätten ein Flüchtlingslager in Jordanien finanziert und unterstützten Griechenland beim Aufbau eines Flüchtlingslagers.

Vor ihrem Besuch in Abu Dhabi hatte Merkel in der saudischen Hafenstadt Dschidda König Salman getroffen und über den saudischen Einfluss in den Kriegen in Syrien und im Jemen, bessere wirtschaftliche Zusammenarbeit und die Defizite bei den Menschenrechten gesprochen. Am Abend fliegt Merkel zurück nach Berlin.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 01. Mai 2017 um 11:00 Uhr.

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