Kanzlerin Angela Merkel | Bildquelle: REUTERS

Merkel vor dem G20-Gipfel Heikle Vorgespräche im Akkord

Stand: 06.07.2017 05:05 Uhr

Vor dem offiziellen Start des G20-Gipfels führt Kanzlerin Merkel heute heikle Gespräche. Sie will den Raum für Kompromisse ausloten und Verbündete finden - und das im Akkord. Sie trifft US-Präsident Trump und den türkischen Präsidenten Erdogan.

Von Angela Ulrich, ARD-Hauptstadtstudio, zzt. Hamburg

Es knirscht noch gewaltig vor dem G20-Gipfel. Bevor es am Freitag offiziell losgeht, trifft sich Kanzlerin Angela Merkel quasi im Akkord zu Vorgesprächen. Die Kanzlerin will Knackpunkte abklopfen, den Raum für Kompromisse ausloten, Verbündete finden.

Denn 20 Staaten zusammenzubringen in all ihren Entwicklungen und ihren Vorstellungen sei nicht ganz einfach, sagte sie nach dem Besuch von Chinas Präsident Xi in Berlin: "Wir arbeiten in der Troika eng zusammen, und China gehört zusammen mit Argentinien zu dieser Troika, und deshalb hoffe und glaube ich, dass wir auch manche Klippe noch überwinden können."

China war vor Deutschland G20-Vorsitz-Land, Argentinien wird es danach sein. Und es ist nicht nur US-Präsident Donald Trump, mit dem Merkel vorab nochmal intensiv reden will. Das Klima-Abkommen wird dabei Thema sein, auch Handelshemmnisse, wenn die Kanzlerin Trump am frühen Abend im Hotel Atlantic empfängt, wo Merkel während des Gipfels wohnt.

Weltspiegel Extra: Machtpoker G20
Weltspiegel, 05.07.2017

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Tauziehen mit Erdogan

Und auf Wunsch der türkischen Seite - so Merkels Sprecher Steffen Seibert - wird es dann ferner ein Gespräch mit dem türkischen Präsidenten Erdogan geben. Auch das Treffen heute am späten Abend dürfte für Merkel eher ein Tauziehen denn eine Plauderei werden.

Der türkische Staatschef hat zwar nicht erneut um einen öffentlichen Auftritt in Deutschland gebeten, nachdem er bei der Bundesregierung abgeblitzt war. Aber eingesperrte Journalisten und Menschenrechtler in der Türkei, Einschüchterungen gegen Kritiker - das alles sorgt für Dauer-Spannungen zwischen Berlin und Ankara.

Frank Jahn, ARD Berlin, Kerstin Klein, NDR, zzt. in Hamburg, zum G20-Gipfel
tagesschau 12:00 Uhr, 06.07.2017

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Trump wartet auf Putin

Und dann fliegt auch noch Russlands Präsident Putin in der kommenden Nacht in Hamburg ein - sehnsüchtig erwartet von Trump. Für den US-Präsidenten dürfte das bilaterale Gespräch mit Russlands Staatschef der wichtigste Programmpunkt beim G20-Treffen werden. Putin trifft sich auch zuerst mit Trump, und erst danach, Freitag früh, mit der Kanzlerin. Dann aber gleich auch noch mit Frankreichs neuem Präsidenten. Zu dritt soll es zwischen Merkel, Macron und Putin um die Ukraine-Krise gehen. Viele Gespräche also in sehr kurzer Zeit.

Ein Gipfel ohne Garantie auf Erfolg

Es wird ein spannender Gipfel, ohne jede Garantie auf Erfolg, sagt Niels Annen, Außenpolitiker der SPD: "Der Gipfel ist wichtig. Er bietet die Möglichkeit für ein Gespräch. Aber er ist nicht die Weltregierung, wie es die Gegner dieses Gipfels manchmal darstellen. Er ist im Gegenteil die Möglichkeit, der Diplomatie eine Chance zu geben, und das sollten wir machen."

Großdemo in Hamburg

Diese Gegner des Gipfels formieren sich unterdessen. Sie haben zuletzt vor Gericht gewonnen und dürfen jetzt doch im Protestcamp auf der Elbhalbinsel Entenwerder Schlafzelte errichten, 300 maximal. Das war ihnen zunächst verboten worden, mit der Begründung, Gewalttäter könnten sich unter die friedlichen Demonstranten mischen. Hamburgs Innensenator Andy Grote von der SPD warnt Autonome vor Randale: "Wir beobachten konkrete Anreisepläne im hohen dreistelligen Bereich." Inzwischen haben die Demonstranten sich jedoch dafür entschieden, mit ihren Zelten auf andere Plätze umzuziehen.

"Wir werden Gewalt im Keim ersticken", heißt es bei der Hamburger Polizei. Mehr als 20.000 Beamte sind im Einsatz, aus dem ganzen Bundesgebiet und Nachbarländern. Trotzdem versprechen die G20-Gegner einen heißen Abend in Hamburg. Die Demonstration hat das Motto: Welcome to hell - Willkommen in der Hölle!

Schwierige G20-Vorab-Gespräche: Merkel trifft Trump und Erdogan
S. Müller, ARD Berlin
06.07.2017 09:54 Uhr

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Über dieses Thema berichtete der Weltspiegel am 05. Juli 2017.

Korrespondentin

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Angela Ulrich, RBB

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