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US-Aussagen belasten offenbar KSK-Soldaten
Neue Zeugen im Fall Kurnaz

US-Aussagen belasten offenbar KSK-Soldaten

Soldaten des Kommandos Spezialkräfte (Foto: Archiv) (Foto: AP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Soldaten des Kommandos Spezialkräfte ]
Soldaten der Bundeswehr-Spezialeinheit KSK stehen im Verdacht, im Fall des ehemaligen Guantanamo-Insassen Murat Kurnaz die Unwahrheit gesagt zu haben. Dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" zufolge gibt es Aussagen von US-Soldaten, die im Widerspruch zu Angaben der KSK-Mitglieder stehen.

Kurnaz behauptet, er sei von zwei KSK-Soldaten Anfang 2002 im afghanischen US-Lager Kandahar misshandelt worden. Der aus Bremen stammende Türke, der Ende 2001 in Pakistan unter Terrorverdacht festgenommen worden war, wurde vor seiner Überführung nach Guantanamo in Kandahar festgehalten. Zum selben Zeitpunkt war dort das Kommando Spezialkräfte (KSK) im Anti-Terror-Einsatz. Nach seiner Freilassung im August 2006 hatte Kurnaz ausgesagt, er sei von den deutschen Soldaten hinter einem Laster misshandelt worden. Die Staatsanwaltschaft Tübingen, die Bundeswehr und der Verteidigungsausschuss des Bundestages hatten daraufhin Untersuchungen eingeleitet, die jedoch ergebnislos blieben.

Gab es Fahrzeuge in Kandahar oder nicht?

Alle befragten Bundeswehr-Soldaten hatten mehrfach erklärt, sie hätten keine Fahrzeuge innerhalb des Gefangenenlagers von Kandahar gesehen. Einige gaben sogar an, dass es im Lager zu schmal gewesen wäre, als dass dort ein Auto hätte fahren können.

Nun sagten laut "Spiegel" aber ein früherer Major der US-Streitkräfte, ein Oberstleutnant und ein ehemaliger Übersetzer aus, dass es in Kandahar ein zweieinhalb Tonnen schweres Fahrzeug gegeben habe, um Fäkalien abzutransportieren. Der Transporter sei regelmäßig durch das Haupttor ins Lager gefahren, sagte Oberstleutnant Keith Warman dem "Spiegel" zufolge.

Kurnaz-Anwalt vermutet Korpsgeist

"Wenn es Zeugen gibt die sagen, es gab Fahrzeuge, ist die Aussage von Kurnaz von gestärkter Aussagekraft", sagte Kuranz' Anwalt Bernhard Docke. Vor allem amerikanische Zeugen, die keine Motivation hätten, Kurnaz zu helfen und dem KSK zu schaden, seien von Gewicht.

Die Staatsanwaltschaft in Tübingen müsse sich nun um eine Vernehmung der Zeugen und der Untersuchungsausschuss des Bundestages um eine Anhörung der Männer bemühen, sagte Docke weiter. "Man bekommt den Eindruck, das die KSK-Zeugen, um Kurnaz unglaubwürdig zu machen und Kameraden zu schützen, sich nicht an die historische Wahrheit gehalten haben."

Stand: 01.09.2007 15:11 Uhr
 

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