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18.03.2010

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"Tage der Arabischen Welt" im Bundestag
"Tage der Arabischen Welt"

Schröder sieht bessere Chancen für Frieden in Nahost

Zum Auftakt der ersten "Tage der Arabischen Welt" im Bundestag haben sich die Teilnehmer klar gegen Extremismus gewandt und zum Abbau von Vorurteilen aufgerufen. Bundeskanzler Gerhard Schröder betonte: "Wir haben als Deutsche und Europäer ein fundamentales Interesse an einer friedlichen Lösung des Nahost-Konflikts." Das Ziel bleibe klar: "Es sollen zwei Staaten, Israel und Palästina, existieren, die in sicheren und anerkannten Grenzen und in friedlicher Nachbarschaft leben können."

"Unwissenheit ist Nährboden für Fundamentalismus"

Der Kanzler hob weiter die Bedeutung des kulturellen und wissenschaftlichen Austauschs zwischen Europa und der Arabischen Welt hervor. "Denn Unwissenheit ist ein idealer Nährboden für Intoleranz und Fundamentalismus."

Amr Moussa (l.) und Wolfgang Thierse  (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Der Generalsekretär der Arabischen Liga, Amr Moussa (l.), und Bundestagspräsident Wolfgang Thierse ]
Bundestagspräsident Wolfgang Thierse wertete die Konferenz als Chance für einen Perspektivenwechsel. Dieser solle die Länder der arabischen Region in ein differenzierteres Licht rücken, aber auch die Wahrnehmung der Europäer hinterfragen. "Unsere Vorstellungen von dieser für viele von uns noch immer fremden Welt sind nicht frei von Unkenntnis, Vorurteilen, falschen Verallgemeinerungen", räumte der Bundestagspräsident ein. Gleichzeitig wies er auf die bewusste Abschottung mancher Muslime in Europa hin.

Islam und Terrorismus dürfen nicht gleichgesetzt werden

Der Generalsekretär der Arabischen Liga, Amr Mussa, warnte in seiner Rede davor, Islam und Terrorismus in einen Topf zu werfen. Araber würden oft wahllos beschuldigt, sei es aus Absicht oder aus Unkenntnis. Er rief zu gegenseitigem Respekt und zum Abbau von Vorurteilen auf. "Extremisten versuchen, die arabische und islamische Welt zu ihrer Plattform zu machen", warnte er. "Dem stellen wir uns klar entgegen."

An der dreitägigen Konferenz nehmen rund 300 Gäste aus Europa, Nordafrika, dem Nahen und Mittleren Osten und von der arabischen Halbinsel teil. Zu den Teilnehmern zählen unter anderen der Großmufti von Marseille, Soheib bin Scheich, und der oberste Richter der Scharia aus Palästina, Scheich al Tamimi. Initiiert wurde die Veranstaltung von den drei Parlamentariergruppen des Bundestags, die die Beziehungen zu den arabischen Ländern pflegen. Kooperationspartner sind das Deutsche Archäologische Institut und der Deutsche Industrie- und Handelskammertag.

Stand: 02.12.2004 01:15 Uhr
 

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