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Die Welterbe-Kommission der Unesco hat beschlossen, dem Dresdner Elbtal den Status des Welterbes vorerst nicht abzuerkennen. Auf ihrer Sitzung im neuseeländischen Christchurch verlangten die Mitglieder der Kommission aber bis Oktober Nachbesserungen für das umstittene Brückenbau-Projekt über die geschützten Elbauen. Bis dahin bleibt das Elbtal "gefährdetes Welterbe".
Von Bernd Musch-Borowska, ARD-Hörfunk Singapur
[Bildunterschrift: Weiter als Welterbe gefährdet: Das Elbtal in Dresden
]
Wenn Dresden nicht nachbessert, könnte die Stadt auf der nächsten Sitzung der Kommission von der Welterbe-Liste gestrichen werden, sagte Unesco-Sprecher Roni Amelan: "Wenn der bisherige Plan für eine Querung über das Elbtal ersetzt wird durch eine Lösung, die die außergewöhnliche kulturelle Bedeutung der Landschaft stärker berücksichtigt, dann wird es möglich sein, Dresden auf der Welterbe-Liste zu behalten." Dies bedeute aber, "dass entweder eine sehr viel leichtere Brücke gebaut wird oder ein Tunnel".
Das Dresdner Elbtal war 2004 trotz des geplanten Brückenbaus in die Welterbe-Liste aufgenommen worden. In den Bewerbungsunterlagen war die Brücke damals zwar vermerkt, ihr Standort aber falsch eingetragen worden. Im vergangenen Jahr drohte die Unesco damit, Dresden wieder von der Liste zu streichen, wenn die Brücke an der geplanten Stelle und in dieser Größe gebaut werde.
Welche Alternative von der Unesco-Welterbe-Kommission akzeptiert werde, darüber sei nicht gesprochen worden, sagte Unesco-Sprecher Amelan: "Die Kommission ist bei der Sitzung nicht ins Detail gegangen, welche Lösung akzeptabel wäre. Es wurden verschiedene Vorschläge erwähnt, unter anderem der Bau eines Tunnels. Aber es wurden keine konkreten Vorschläge gemacht." Dies werde als interne Angelegenheit der deutschen Planungsbehörden angesehen. Die Kommission habe aber verlangt, dass die Lösung, die in Dresden realisiert wird, "die außergewöhnliche Bedeutung des Elbtals stärker respektiert".
Die Pläne für den Bau der sogenannten Waldschlösschen-Brücke über das Elbtal bei Dresden waren vor zwei Jahren durch einen Bürgerentscheid bestätigt worden. Befürworter des Projekts erhoffen sich durch den Bau der sechsten Elbbrücke eine Verkehrsentlastung, Gegner befürchten visuelle Auswirkungen und irreversible Schäden für das Elbtal. Alle Gerichtsinstanzen, bis hin zum Bundesverfassungsgericht hatten für die Achtung des Bürgerwillens entschieden und damit für den Brückenbau. Zum Zeitpunkt des Bürgerentscheids war jedoch auch noch keine Rede von einer möglichen Streichung Dresdens von der Welterbe-Liste der Unesco.
Seit 1972 führt die Unesco eine Liste des Kultur- und Naturerbes der Welt. Darin sind einzelne Denkmäler, historische Städte oder Landschaften von außergewöhnlichem Wert verzeichnet. Sie umfasst zur Zeit 830 Stätten in fast 140 Ländern. Bei der Sitzung in Christchurch steht unter anderem der Antrag der Stadt Heidelberg auf der Tagesordnung, die historische Altstadt in die Liste aufzunehmen.
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