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König Fahd hinterlässt ein schwieriges Erbe. Während seiner Regentschaft verschuldete sich das erdölreichste Land der Welt haushoch, und es erstarkten die radikalen Islamisten in Saudi-Arabien. Dabei war Fahd in seiner besten Zeit als geschickter und spendabler Herrscher bekannt.
Von Thomas Aders, ARD-Studio Kairo
[Bildunterschrift: König Fahd von Saudi-Arabien ]
Im Februar hatte König Fahd einen seiner letzten öffentlichen Auftritte. Der saudische Herrscher, krank und geschwächt, hatte längst das Heft des Handelns an Kronprinz Abdullah abgegeben. Seit seinem Amtsantritt 1982 hatte König Fahds Haushalt unter sinkenden Öl-Preisen zu leiden. Saudi-Arabien, das ein Viertel aller bekannten Öl-Reserven besitzt, ist hoch verschuldet.
[Bildunterschrift: Ölfeld in Saudi-Arabien ]
Solange er konnte, war Fahd ibn Abdel Aziz al Saud zwar spendabel - gute Jobs für seine Untertanen, kostenloses Wohnen, Wasser und Strom. Doch als die Ölpreise seit Mitte der 80er Jahre fielen, musste König Fahd dramatisch sparen. Dass das ölreichste Land der so hoch verschuldet ist, liegt nicht zuletzt am Lebensstil der beinahe 10.000 männlichen Prinzen, die Schätzungen zufolge ein Viertel aller Staatseinkünfte unter sich verteilen.
[Bildunterschrift: König Fahd mit US-Präsident Reagan im Jahr 1981 in Mexiko ]
Schon früh war Fahd seiner Familie als machtbewusst und diplomatisch geschickt aufgefallen, vor seiner Inthronisation hatte er bereits verschiedene Ministerien geleitet. Als Regent dann öffnete sich Fahd verstärkt amerikanischem Einfluss. Diese Richtung wurde von den radikalen Fundamentalisten massiv kritisiert.
[Bildunterschrift: Dezember 2004: Anschlag auf das Innenministerium in Riad. Extremisten und Terroristen haben in den letzten Jahren auch in Saudi-Arabien Zulauf. ]
In eine Zerreißprobe geriet das Regime, als im Sommer 1990 Saddam Hussein Kuwait überfiel. Fahd entschied sich wiederum gegen die Radikalen, die unter Führung von Osama Bin Laden die irakischen Truppen vertreiben wollten. Stattdessen ließ er US-Truppen ins Land, die mächtigsten aller Ungläubigen. Diese Entscheidung reizte die Fundamentalisten zur Weißglut, sie starteten eine wahre Anschlagserie gegen das Königshaus, gegen die Ölindustrie – und gegen Ausländer.
[Bildunterschrift: Der saudi-arabische Kronprinz Abdullah (Archiv) ]
Saudi-Arabien ist in Fahds Herrschaftszeit zu einer Brutstätte des Terrorismus geworden: 15 der 19 Attentäter des 11. September kommen aus der Öl-Monarchie. Mit den verärgerten Amerikanern, die Saudi-Arabien Untätigkeit im Kampf gegen den Terrorismus vorwerfen, und mit den Radikalen im eigenen Land wird sich nun Fahds Nachfolger beschäftigen müssen, Kronprinz Abdullah.
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