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[Bildunterschrift: Bundesinnenminister Otto Schily ]
Das Bundesinnenministerium plant, mit einem Krisenzentrum die Gefahr von Schäden durch Computerviren in Deutschland einzudämmen. Auch wenn die Sicherheitslage bei der Informationstechnologie "aktuell unter Kontrolle" sei, so müsse man sich künftig "auf Bedrohungen neuer Qualität und Quantität einrichten", sagte Innenminsiter Otto Schily bei der Vorstellung des Nationalen Plans zum Schutz der Informationsinfrastrukturen (NPSI).
Informationssicherheit sei eine nationale Aufgabe, sagte Schily. "Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft sind auf ausfallsichere Informationstechnik angewiesen." Ziel müsse es sein, auf Bedrohungen für Computersysteme schnell und angemessen reagieren zu können, so der Innenminister. Das neue Krisenzentrum IT ist beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) angesiedelt und soll nach Angaben von Behördenpräsident Udo Helmbrecht Anfang 2006 voll einsatzfähig sein. Die Abteilung werde Unternehmen, Verwaltung und Bürgern Informationen über IT-Sicherheit zur Verfügung stellen, damit diese sich selbst gegen Risiken schützen könnten.
[Bildunterschrift: Virenscanner: Schutz gegen Schädlinge ]
"Es fehlt häufig am Sicherheitsbewusstssein", so Schily. Die Angreifer veränderten häufig ihre Techniken. "Der Trend geht zu kleinen Programmen, die im Verborgenen arbeiten." Generell veränderten sich Zahl und Art der Viren, aber auch die Ziele der Angreifer. "Nicht mehr die Anerkennung in der Hackerszene steht im Vordergrund." Vielmehr verfolgten die Urheber der Angriffe zunehmend kriminelle Absichten.
Neben einer raschen Reaktion auf Sicherheitsvorfälle und einem nachhaltigen Schutz maß Schily der Prävention eine hohe Priorität zu. Obwohl die Bürger zunehmend auf eine funktionierende Informationstechnologie angewiesen seien, räumten nur wenige der Sicherheit den erforderlichen Stellenwert ein.
Schily wies der Industrie eine hohe Verantwortung für die Sicherheits des Internets zu: Mehr als zwei Drittel der kritischen Infrastruktur seien heute in privatwirtschaftlicher Hand. Dies betreffe die Stromversorgung, die Telekommunikation und den gesamten Geldverkehr. Die Bundesregierung erstelle daher mit Beteiligung der Betreiber einen "Umsetzungsplan KRITIS".
Über akute Bedrohungen wird das BSI mithilfe eines Frühwarnsystems informieren. Daneben wird das Bundesamt seine Zertifizierungsleistungen ausbauen. Die Behörde soll in Zukunft auch Produkte auf Sicherheitsaspekte prüfen und entsprechend klassifizieren. Zurzeit erarbeite das BSI eine Richtlinie für Funknetzwerke (WLAN).
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