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22.03.2010

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Wermsdorf: Wie kam die Vogelgrippe in den Stall?
Vogelgrippe in Sachsen

Ursachen für H5N1-Ausbruch bleiben unklar

In Sachsen wurde mit der Keulung von 30.000 Tieren begonnen (Foto: AP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Vogelgrippe: In Sachsen wurde mit der Keulung von 30.000 Tieren begonnen ]
Die erste Einschätzung von Verbraucherschutzminister Horst Seehofer, der zufolge der Ausbruch der Vogelgrippe in einer Geflügelzuchtanlage in Wermsdorf bei Leipzig durch Wildvögel verursacht worden ist, hat sich nicht bestätigt. Ein Schwan und ein Blesshuhn seien negativ getestet worden, sagte ein Sprecher des sächsischen Krisenzentrums in Dresden. Ihre Kadaver waren kurz nach Ausbruch der Vogelgrippe in einem Putenstall nahe der betroffenen Geflügelfarm bei Leipzig entdeckt worden. In ganz Sachsen gibt es damit weiter keinen Vogelgrippe-Fall bei Wildvögeln.

Damit bleibt weiter unklar, wie die Puten mit dem hochansteckenden H5N1-Asia-Virus infiziert wurden. Mit Hochdruck versuchen die Experten herauszufinden, wie das Virus in den Bestand gelangen konnte. Dies hatte gestern auch der Krisenstab von Bund und Ländern als dringlichste Aufgabe genannt.

Pannen im Kampf gegen das Virus

Nach dem Ausbruch werden die Schutzmaßnahmen in Wermsdorf weiter verstärkt. Die Behörden hatten gestern die Tötung von insgesamt 30.000 Tieren angeordnet. Auf dem sächsischen Geflügelhof gab es allerdings Pannen bei der Tötung des Bestandes. Die elektrische Tötungsanlage habe nicht richtig funktioniert, sagte der Besitzer der Gänsezucht Wermsdorf Eskildsen, Lorenz Eskildsen. Von den fast 5000 Gänsen des Betriebs hätten nur annähernd 2000 Tiere gekeult werden können. Die Gänse werden nun zu einem nahen Schlachthof gebracht. Die Hühner und Puten des Hofs waren bereits mit Gas getötet worden.

Kritik an Ausnahmen von der Stallpflicht

Der Staatssekretär im niedersächsischen Agrarministerium, Friedrich-Otto Ripke, fordert nach dem Infektionsfall in Sachsen keine Ausnahmen von der Stallpflicht mehr zuzulassen, solange durch die Vogelgrippe noch Gefahr drohe. "In Niedersachsen sind wir in der Stallpflicht sehr konsequent, wir wollen keine Ausnahmen, und wir sehen uns darin voll bestätigt", sagte Ripke der "Neuen Presse" in Hannover.

Der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Wolfgang Apel, kritisierte diese Tatsache auch deshalb, weil Großbetriebe solche Ausnahmegenehmigungen erhielten, während der kleine Ökobauer Bußgelder angedroht bekämen. "Das ist unfair", betonte Apel in der "Berliner Zeitung". Er empfahl über alternative Haltungsformen nachdenken, wie Winterställe oder überdachte Wiesen.

Sicherheitsmaßnahmen am Hof in Wermsdorf (Foto: REUTERS) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Sicherheitsmaßnahmen am Hof in Wermsdorf ]

Seehofer: Werden Jahre mit Vogelgrippe leben müssen

Seehofer rechnete unterdessen mit einer jahrelangen Belastung durch die Vogelgrippe. "Wir müssen uns darauf einstellen, noch lange Zeit, möglicherweise auch Jahre mit dieser Herausforderung leben zu müssen", sagte er in Berlin nach einer Sitzung des nationalen Krisenstabs von Bund und Ländern. Seehofer will Ende April bekannt geben, ob die Stallpflicht für Geflügel verlängert wird. Darin müssten die aktuellen Erkenntnisse einfließen, sagte er. Eine Impfung lehnte Seehofer aber weiter ab.

Stand: 07.04.2006 16:51 Uhr
 

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