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Wie sieht das Leben im Alter aus? Enden wir als mobile Alte, unternehmungslustig und kaufkräftig? Oder kommt die Zeit der dementen Greise in menschenleeren Landstrichen? Die Frage füllt eine ganze ARD-Themenwoche und beschäftigte im ARD-Hauptstadtstudio Publikum und Politiker, darunter auch die Kanzlerin.
Von Wolfram Leytz, tagesschau.de
Die demographische Entwicklung werde alle Politikbereiche beeinflussen, machte Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer Eröffnungsrede zur ARD-Themenwoche klar, und: "Die Veränderungen werden massiv sein." Die Interessen der Generationen stünden dabei gleichrangig nebeneinander. Sie halte nichts davon, "Jung gegen Alt aufzuhetzen".
Um die Veränderungen zu bewältigen, müssten die Menschen unabhängig vom Alter mehr Chancen zur Teilhabe an der Gesellschaft haben, sagte Merkel. Die sozialen Sicherungssysteme müssten für einen "fairen und gerechten Ausgleich zwischen Jüngeren und Älteren" sorgen.
Die Integration von Migrantinnen und Migranten nannte Merkel ein Schlüsselthema für die Zukunft Deutschlands. Wenn es nicht gelinge, dieses Problem zu bewältigen, werde man ein "riesiges zusätzliches Problem" haben. Die CDU-Politikerin forderte zugleich die Wirtschaft auf, die Erfahrungen älterer Arbeitnehmer stärker zu nutzen.
Dossier:Mit Nachdruck verteidigte Merkel nach der heftigen Kritik - unter anderem von Altbundespräsident Roman Herzog - die Rentenerhöhung um 1,1 Prozent. Die Erhöhung sei eine Sache der Gerechtigkeit und nicht der Mathematik, sagte Merkel mit Blick auf jene Faktoren, die Rentenerhöhungen begrenzen.
Demographische Veränderung sei "kein theoretisches Problem" mehr, betonte Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck in der anschließenden Diskussionsrunde. Fast jede zweite Kindertagesstätte und jede zweite Grundschule in Brandenburg sei bereits geschlossen worden. Einige Städte hätten bis zu 30 Prozent Einwohner verloren.
Mit auf die ältere Bevölkerung abgestimmten Maßnahmen - zum Beispiel durch eine Belebung der Innenstädte und Gesundheitszentren - versuche man, darauf zur reagieren. Wie Merkel betonte auch Platzeck, man müsse auch den "Pessimismus in den Köpfen" bekämpfen.
[Bildunterschrift: Migranten prägten Duisburg schon immer. Jetzt wird im Stadtteil Marxloh die größte Moschee Deutschlands gebaut. ]
Jürgen Dressler, Stadtdezernent von Duisburg, schilderte ähnliche Probleme aus dem Westen der Republik – mit ganz anderen Lösungsansätzen. Mit einem groß angelegten Stadtentwicklungsplan des Star-Architekten Norman Foster will Duisburg den Veränderungen begegnen.
Und: "Die Türken werden Duisburg retten", so Dressler. Sie gründeten kleine und mittelständische Unternehmen und spielten damit eine wichtige ökonomische Rolle in der von der Großindustrie geprägten Region.
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Einhellige Zustimmung gab es für die Chancen durch Weiterbildung und lebenslanges Lernen - wobei nach den Worten von Bahn-Vorstand Margret Suckale auch bei manchen 50-Jährigen erst noch "der Schalter angemacht" werden muss.
Familienministerin Ursula von der Leyen plädierte vehement dafür, dass die Wirtschaft auch die Älteren als Konsumenten mehr in den Blick nimmt. Wenn seniorengerechte Produkte nicht in Deutschland als "Land des langen Lebens" erfunden werden, werde dass von ausländischen Unternehmen erledigt, warnte sie. Jeder dritte Euro werde derzeit von über 55-Jährigen ausgegeben, 80 Prozent der teuren Autos würden von den Älteren gekauft, argumentierte die CDU-Politikerin.
Die Debatte um die Generationengerechtigkeit wurde einhellig begrüßt - auch wenn Cordula Tutt, Autorin des Buchs "Das große Schrumpfen" kritisierte, dass dieser Begriff nicht definiert sei. Daher sei es auch fraglich, ob es etwas bringe, die Generationengerechtigkeit im Grundgesetz festzuschreiben.
Viele der Klischees über die Alten verschwinden als Folge der Diskussion, stellte allerdings Bahnvorstand Suckale fest. Mit der Debatte um die demographische Veränderung erfahre der ältere Mensch auch eine neue Wertschätzung.
Alle Informationen zur ARD-Themenwoche finden Sie hier.
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