Meeresforscher Hans Hass ist tot

Nachruf auf Hans Hass

Der Kämpfer der Unterwasserwelt ist tot

Er trug den Reiz der Meerestiefe mit seinen Filmen in die deutschen Wohnzimmer. Seine große Leidenschaft waren Haie, für deren Schutz er sich engagierte. Nun ist der Meeresforscher im Alter von 94 Jahren gestorben.

Von Stephan Ozsvath, ARD-Hörfunkstudio Wien

"Wir sind dabei, den Trubel einer lärmenden Welt hinter uns zu lassen, zurückzukehren ins Meer, hinunter in das große Schweigen", heißt es in dem Film "Expedition ins Unbekannte". Er ist einer von 73 Filmen, mit denen der österreichische Tauchpionier Hans Hass den Reiz der Tiefe in die Wohnzimmer trug. Bereits mit 18 Jahren hatte der Sohn eines Wiener Rechtsanwalts und einer Fabrikantentochter mit dem Tauchen begonnen. Er machte das erste Unterwasserfoto und entwickelte die Geräte, die er dafür brauchte, selbst.

Meeresforscher Hans Hass (Bildquelle: dpa)
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Hans Hass wurde 94 Jahre alt.

Der Zoologe und Meeresforscher war begeistert vom Meer. Und von der Tierwelt unter Wasser, für deren Erhalt er in späteren Jahren engagiert kämpfte. "Erfolg macht mir Freude, weil ich interessiert bin an Verbesserungen dieser Welt", so Hass.

Wider das Zerrbild der mordende Bestie

Über seine Expeditionen auf den Weltmeeren schrieb Hass 32 Bücher und hielt unzählige Vorträge. Seine Arbeit wurde mit zahlreichen Auszeichnungen gewürdigt. Seine große Leidenschaft waren Haie, für deren Schutz sich Hass engagierte. Er war der erste, der sie in ihrem Lebensraum filmte und er bemühte sich, durch kontinuierliche, wissenschaftliche Arbeit, das Zerrbild von der mordenden Bestie zu widerlegen. "Ich war bisher der Ansicht, dass diese großen Haie draußen im Meer sehr hungrig sind und deshalb sehr wohl zubeißen", so Hass. "Also jetzt bin ich fast überzeugt, dass die nicht nur schön sind und nicht nur fantastische Tiere, sondern dass sie vollkommen harmlos sind."

Meeresforscher Hans Hass ist tot
S. Ozsváth, ARD Wien
22.06.2013 15:26 Uhr

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"Als wir zu tauchen begannen, waren wir überall die ersten"

Begleitet wurde der gutaussehende Hass auf seinen Expeditionen von seiner zweiten und sehr fotogenen Frau Lotte, die zahlreiche Titelseiten zierte. Hass, der "Herr der Haie" setzte  auch Trends. Dank seiner Filme, Bücher und Vorträge begeisterten sich Millionen weltweit für den Tauchsport.

"Das rote Meer, der indische Ozean, das karibische Meer, die polynesischen Gebiete, heute sind überall dort Taucher", so Hass. "Als wir zu tauchen begannen, waren wir überall die ersten."

Hass starb bereits am vergangenen Sonntag im Alter von 94 Jahren in Wien, wie seine Familie mitteilte. Er wurde heute im engsten Familienkreis in seiner Heimatstadt beigesetzt. Auf der Website des Meeresforschers richtete die Familie ein elektronisches Kondolenzbuch ein.

Die Leidenschaft für Haie reicht über Hass Tod hinaus. Die Familie bat um Spenden für ein Projekt, das Haie schützen will. Seinen umfangreichen Nachlass hat Hass vor seinem Tod dem Wiener Naturkunde-Museum vermacht.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 22. Juni 2013 um 20:00 Uhr.

Stand: 22.06.2013 16:44 Uhr

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