Werner Mauss | Bildquelle: dpa

Steuerprozess gegen Mauss Überweisung ja, Geständnis nein

Stand: 19.12.2016 14:24 Uhr

Überraschung im Steuerstrafprozess gegen den Ex-Agenten Werner Mauss: Bis Januar werde er 8,7 Millionen Euro an das Finanzamt Essen überweisen, kündigte Mauss an. Als Schuldeingeständnis wollte der 76-Jährige seine Zahlung jedoch nicht verstanden wissen.

Im Steuerprozess gegen Werner Mauss hat der frühere Geheimagent überraschend eine Millionenzahlung an den Fiskus bekanntgegeben. Er werde rund 8,7 Millionen Euro dem Finanzamt Essen überweisen, kündigte Mauss in einer E-Mail an das Landgericht Bochum an, die im Prozess verlesen wurde. Das Geld solle dort spätestens im Januar eingehen.

Kein Schuldeingeständnis

Zugleich bestreitet der 76-Jährige weiter, überhaupt Steuern hinterzogen zu haben. In einer E-Mail an das Gericht heißt es, dass die Zahlung "ohne Anerkennung einer Rechtspflicht" erfolge. Da Mauss Ende 2012 bereits eine Abschlagszahlung von vier Millionen Euro zahlte, wäre die von ihm bestrittene Steuerschuld bis einschließlich 2011 getilgt. Mauss selbst erklärte den Richtern die Zahlung so: "Ich möchte, dass sie sehen, dass ich alles ernst nehme, was hier passiert."

Weitere Erklärungen zu der Überweisung sollen nach Angaben seiner Verteidiger erst nach der für den 9. Januar geplanten Vernehmung des früheren Staatsministers im Kanzleramt, Bernd Schmidbauer (CDU), erfolgen.

Zuletzt hatten die Richter Mauss geraten, seine Verteidigungsstrategie zu überdenken. "Sie sollten ernsthaft überlegen, ob Sie die angeklagte Steuerschuld nicht einfach begleichen", sagte Richter Markus van den Hövel am 12. Dezember. Das Gericht hatte Mauss vorgeworfen, angebliche Geheimhaltungspflichten vorzuschieben - als "reine Schutzbehauptungen".

Das Anwesen des Werner Mauss | Bildquelle: picture-alliance / dpa
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Das Anwesen von Werner Mauss im Hunsrück (Archivbild 1996)

Millionensummen nicht versteuert?

Mauss wird vorgeworfen, unter einem Decknamen Millionen im Ausland versteckt und die Gewinne nicht versteuert zu haben. Der 76-Jährige behauptet dagegen, dass es sich um treuhänderisch verwaltetes Geld handele, das ihm westliche Regierungen schon 1984 für seine Agententätigkeit zur Verfügung gestellt hätten. Dies könne unter anderem ein hochrangiger Mitarbeiter der UBS-Bank bezeugen, der damals in Panama stationiert gewesen sei. Ein offizieller Antrag zur Vernehmung des möglichen Zeugen wurde allerdings noch nicht gestellt.

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