Prozess wegen Steuerhinterziehung

Bewährungsstrafe für Ex-Agenten Mauss

Stand: 05.10.2017 11:05 Uhr

Ex-Geheimagent Mauss ist wegen Steuerhinterziehung zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Das Landgericht Bochum sprach ihn schuldig. Die Anklage hatte dem 77-Jährigen vorgeworfen, unter einem Tarnnamen hohe Vermögenswerte im Ausland versteckt zu haben.

Im Steuerprozess gegen den früheren Geheimagenten Werner Mauss hat das Landgericht Bochum den 77-Jährigen zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Das Gericht verurteilte ihn wegen Steuerhinterziehung in zehn Fällen. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe von gut sechs Jahren beantragt, die Verteidigung auf Freispruch plädiert.

Ihm wurde vorgeworfen, unter einem Tarnnamen hohe Vermögenswerte im Ausland versteckt und so zwischen 2002 und 2011 knapp 14 Millionen Euro Steuern hinterzogen zu haben. Mauss bestritt dies. Er behauptet, dass ihm die meist in Stiftungen angelegten Millionen nicht zuzurechnen seien. Es handele sich vielmehr um einen Fonds ausländischer Geldgeber, der dazu gedient habe, seine geheimen Agententätigkeiten zu finanzieren.

Die Anwälte des Ex-Agenten kündigten unmittelbar nach der Urteilsverkündung an, Revision einzulegen. Sie warfen den Richtern vor, entlastenden Beweisen "nicht zugänglich" gewesen zu sein.

Werner Mauss mit seinem Anwalt im Gerichtsaal

Im Auftrag der Bundesregierung

Nach eigenen Angaben war Mauss jahrzehntelang in geheimer Mission für die Bundesregierung unterwegs. Er soll unter anderem 1976 an der Wiederbeschaffung des gestohlenen Kölner Domschatzes in Belgrad mitgewirkt haben, ebenso im selben Jahr an der Festnahme des RAF-Terroristen Ralf Pohle in Athen.

Die Ermittler waren durch eine Steuerdaten-CD auf ihn aufmerksam geworden, die das Land Nordrhein-Westfalen angekauft hatte.