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Im ganzen Land haben Menschen am 48. Jahrestag des Mauerbaus der Opfer der deutschen Teilung gedacht. Bei der zentralen Feier in der Berliner Kapelle der Versöhnung auf dem früheren Todesstreifen legten Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit und die Bundesbeauftragte für Stasi-Unterlagen, Marianne Birthler, Kränze nieder.
Zum aktuellen Streit über die Anzahl der Mauertoten - nach einer neuen Studie wurden zwischen 1961 und 1989 an der Berliner Mauer mindestens 136 Menschen getötet - sagte Wowereit: "Jeder einzelne Tote war zu viel." Es hänge nicht von der Zahl der Toten ab, ob die DDR eine Diktatur gewesen sei. [mehr dazu beim rbb].
CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla sagte, der Mauerbau sei ein schmerzhaftes Ereignis der jüngeren deutschen Geschichte. Es dürfe nicht verdrängt werden, dass viele DDR-Bürger ihren Freiheitswillen mit Gefängnisstrafen bezahlten. Der Ost-Beauftragte der Bundesregierung, Wolfgang Tiefensee, sagte der "Sächsischen Zeitung", der 13. August 1961 sei die Bankrotterklärung eines Regimes gewesen.
Die Linkspartei erklärte dagegen, der Mauerbau eigne sich nicht zur Diskreditierung der Lebensleistung vieler DDR-Bürger. Die Mauer habe die Teilung Deutschlands nicht verursacht, sondern sie vertieft, so die stellvertretende Parteivorsitzende Halina Wawzyniak.
Die Vereinigung der Opfer des Stalinismus protestierte am Potsdamer Platz gegen eine Verharmlosung der SED-Diktatur. Es sei menschenverachtend, dass an dem Platz sowie am Brandenburger Tor als DDR-Grenzsoldaten verkleidete Studenten für Touristen posierten. Der Leiter der Stasiopfer-Gedenkstätte Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, sagte, die Würde der Opfer müsste besser geschützt werden. DDR-Symbole sollten verboten werden.
[Bildunterschrift: Im August 1961 erhöhten Arbeiter die Sektorensperre an der Bernauer Straße - heute ist an dieser Straße die Mauer-Gedenkstätte. ]
Bei der Veranstaltung im sächsischen Leipzig sprach der ehemalige Außenminister Hans-Dietrich Genscher. Er kritisierte die Rolle der Bundesregierung und der West-Alliierten beim Mauerbau. Berlins Regierender Bürgermeister Willy Brandt habe damals mit seinem Protest gegen die Einmauerung West-Berlins zu lange allein gestanden. Der damalige Bundeskanzler Konrad Adenauer sei zu zögerlich gewesen, auch der Protest der West-Alliierten habe nicht ausgereicht. [mehr dazu beim mdr].
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