Pressekonferenz von Innenminister de Maizière | Bildquelle: dpa

De Maizière zu Festnahmen bei Aachen Kein "engster" Zusammenhang zu Paris-Tätern

Stand: 17.11.2015 18:34 Uhr

Der international gesuchte Salah Abdeslam ist nicht unter den bei Aachen festgenommen Personen. Dies gab Innenminister de Maizière bekannt. Inzwischen wurden die sieben Personen freigelassen, weil sie nicht mit den Attentaten in Verbindung stünden.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat in Berlin zu den Festnahmen bei Aachen eine kurze Erklärung abgegeben. Diese stünden nicht im engsten Zusammenhang mit den Paris-Attentaten. Keiner der sieben Festgenommenen sei der mit internationalem Haftbefehl gesuchte Salah Abdeslam. Der 26-Jährige ist ein Bruder eines der Selbstmordattentäter von Paris.

Offene und verdeckte Maßnahmen der Polizei würden fortgesetzt. Auch, um die Gefährderszene verunsichern. Dies gelte auch für die verstärkten Grenzkontrollen an der belgischen und der französischen Grenze, sagte de Maizière.

Der CDU-Politiker betonte, dass die enge Kooperation der Nachrichtendienste von großer Bedeutung sei. Er stehe im "engsten Kontakt" mit seinem französischen Amtskollegen. Insgesamt sei "die Gefährdungslage wirklich hoch", es bestehe aber kein Grund zur Panik.

Ermittlungen zu syrischem Pass dauern an

Es sei bisher noch nicht geklärt, ob die neben einem toten Attentäter in Paris gefundenen Papiere echt seien. Der syrische Pass sei offenbar identisch mit der Person, aber möglicherweise kein Originaldokument. Das Innenministerium stünde im engen Kontakt mit den serbischen Behörden, um alle Spuren zu verfolgen.

Derzeit könne nicht abschließend gesagt werden, ob der Täter ein Flüchtling sei, der vom IS nach Paris geschickt wurde oder ob es sich um einen "geschickten Schachzug" der Terrororganisation handelt, um die Menschen zu verunsichern. Es sei ungewöhnlich, dass sich der Mann in mehreren Ländern habe registrieren lassen.

Keine Verbindung zu Attentätern

Die sieben bei Aachen unter Terrorverdacht Festgenommenen wurden inzwischen freigelassen. "Wir können feststellen, dass wir keine Erkenntnis haben, dass die Personen mit dem Anschlag in Verbindung stehen", sagte ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur dpa.

Spur nach Österreich und Deutschland

Zuvor war öffentlich geworden, dass ein Verdächtiger am 9. September über Deutschland nach Österreich gereist war. Es handelte sich nach Angaben des ORF um den 26-jährigen Abdeslam. Er soll sich Anfang September auch zeitweise in Deutschland und Österreich aufgehalten haben, hieß es vom Wiener Innenministerium. Abdeslam sei in Begleitung von zwei weiteren Männern gewesen. Ihre Identität ist unklar.

Der Belgier Abdeslam bleibt verschwunden. Ein Sondereinsatz der belgischen Polizei mit Hausdurchsuchungen hatte am Montag keinen Erfolg gebracht. Die belgische Polizei veröffentlichte heute ein neues Fahndungsfoto des 26-Jährigen und warnte: "Salah Abdeslam wird als gefährlich eingestuft und könnte schwer bewaffnet sein." Wer wisse, wo sich Abdeslam aufhalte, solle sich bei der Polizei melden.

Hausdurchsuchungen in Frankreich

In Frankreich dauern die landesweiten Hausdurchsuchungen an. Innenminister Bernard Cazeneuve sagte, 128 Wohnungen und Häuser seien überprüft worden. Landesweit seien 115.000 Polizisten und Soldaten mobilisiert worden. Bereits am Montag hatte es Razzien in ganz Frankreich gegeben.

Die Polizei fand diesen Renault mit belgischen Nummernschildern | Bildquelle: AP
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Die Polizei untersucht nun diesen Renault.

Im 18. Arrondissement von Paris stellte die Polizei ein Auto sicher, das möglicherweise bei der Vorbereitung der Anschläge genutzt wurde. Nach Angaben von Polizeikreisen wurde der schwarze Renault Clio im Vorfeld der Attentate auf der Autobahn 1 gesichtet, die Paris mit Belgien verbindet. Es seien aber weitere Untersuchungen notwendig.

Cazeneuve nahm die französischen Sicherheitsbehörden gegen Kritik in Schutz. Die Anschläge seien im Ausland vorbereitet worden und die Attentäter hätten Menschen mobilisiert, die den französischen Diensten nicht bekannt gewesen seien.

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