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09.02.2010

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Inland
Maikrawalle in Hamburg (Foto: AP)
Schwere Maikrawalle in Hamburg
Maikrawalle in Hamburg

Heftige Straßenschlachten nach Neonazi-Aufmarsch

Linksautonome errichteten Barrikaden in Hamburg (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Linksautonome errichteten Straßensperren... ]
Bei Protestveranstaltungen gegen einen Neonazi-Aufmarsch in Hamburg und eine NPD-Demonstration in Nürnberg ist es zu schweren Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Linksautonomen gekommen. Besonders in Hamburg eskalierte die Situation. Die Polizei sprach von den schwersten Straßenschlachten seit Jahren. Mehr als 20 der rund 2500 eingesetzten Polizisten seien verletzt worden. 250 Randalierer seien fest oder in Gewahrsam genommen worden.

Am späten Abend kam es im Hamburger Schanzenviertel erneut zu Ausschreitungen. Linksautonome Demonstranten bewarfen Beamte mit Steinen und Feuerwerkskörpern. Die Polizei setzte erneut Wasserwerfer ein.

Maikrawalle folgen auf friedlichen Protest

Brennende Autos im Hamburger Stadtteil Barmbek (Foto: AP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: ..und steckten in Hamburg Autos in Brand. ]
Nach einem zunächst friedlichen Protest von mindestens 7000 Menschen gegen den Aufmarsch von "freien Nationalisten" im Hamburger Stadtteil Barmbek, griffen am Nachmittag einige der Demonstranten Polizisten mit Steinen und Flaschen an. Nach Behördenangaben zogen 3000 linke Demonstranten in kleinen Gruppen durch Barmbek, zündeten Autos an und errichteten Barrikaden aus Mülltonnen und Holz. Die Polizei setzte Wasserwerfer ein. Augenzeugen berichteten, dass vermummte Demonstranten zeitweise von Beamten eingekesselt wurden.

Trotz eines Großaufgebots der Sicherheitskräfte kam es auch zu direkten Zusammenstößen zwischen Rechten und Linken. Reisebusse der rund 1100 Neonazis, mit denen diese aus dem gesamten Bundesgebiet nach Hamburg gekommen waren, wurden beschädigt.

Nach Informationen von tagesschau.de kam es am Rande der Neonazi-Demo zu Angriffen auf Journalisten. Ein Kameramann des NDR wurde von den Rechten attackiert, ein anderer Journalist offenbar zusammengeschlagen.

Zentrale NPD-Kundgebung in Nürnberg

Weitgehend friedlich, aber in aufgeheizter Stimmung demonstrierten in Nürnberg knapp 10.000 Menschen gegen die zentrale Mai-Kundgebung der rechtsextremen NPD. Allein auf dem Platz, auf dem die Nürnberger Hauptsynagoge gestanden hatte, bevor sie von den Nationalsozialisten niedergebrannt wurde, versammelten sich 5000 Menschen. Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein bekräftigte auf der Veranstaltung die Entschlossenheit seiner Landesregierung bei der Bekämpfung des Rechtsextremismus. "Wir wollen die Nazi-Bande hier nicht haben", rief er den Menschen zu.

Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: 1500 NPD-Anhänger gingen in Nürnberg auf die Straße...]
Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: ... und wurden vielerorts unfreundlich empfangen.]
 

Bei ihrem mehrstündigen Demonstrationszug wurden die insgesamt etwa 1500 NPD-Anhänger mit Pfeifkonzerten und Buhrufen empfangen. Bei der Abschlusskundgebung der Partei warfen Gegendemonstranten vereinzelt Eier, Flaschen und Milchtüten auf die Extremisten. Nach Angaben der Nürnberger Polizei wurden vier Beamte bei Rangeleien mit Gegendemonstranten verletzt.

Berlins Polizeipräsident Glietsch angegriffen

Nach mehreren friedlichen 1. Mai-Demonstrationen und Volksfesten kam es am Abend im Berliner Stadtteil Kreuzberg doch noch zu Ausschreitungen. Berlins Polizeipräsident Dieter Glietsch wurde von Demonstranten der linken Szene bedrängt und mit Bier bespritzt. Nachdem er von Beamten in einen Mannschaftswagen gebracht worden war, wurde das Fahrzeug mit Flaschen, Steinen und Stühlen beworfen.

Stand: 01.05.2008 22:57 Uhr
 

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