Hans-Georg Maaßen | Bildquelle: dpa

Cyberangriffe Maaßen bläst zur Gegenattacke

Stand: 10.01.2017 09:26 Uhr

Die Zahl der Cyberangriffe nimmt rapide zu. Bei der Abwehr beschränken sich die deutschen Behörden bislang auf rein defensive Maßnahmen. Der Verfassungsschutzpräsident fordert nun ein offensiveres Vorgehen - und will eigene Angriffe durchführen.

Die deutsche Spionageabwehr muss nach Ansicht von Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen die Möglichkeit erhalten, mit Gegenangriffen auf Cyberattacken reagieren zu können. "Wir halten es für notwendig, dass wir nicht nur rein defensiv tätig sind", sagte Maaßen der Deutschen Presse-Agentur. "Sondern wir müssen auch in der Lage sein, den Gegner anzugreifen, damit er aufhört, uns weiter zu attackieren."

Hintergrund sind wiederholte Warnungen von Sicherheitsexperten, dass es im Bundestagswahlkampf zu Versuchen der Einflussnahme von außen kommen könnte. Maaßen hält dieses Szenario für sehr realistisch und es deshalb für erforderlich, "dass es eine klare Regelung dafür gibt, Angriffs-Infrastrukturen auszuschalten, von denen schwerwiegende Gefahren für die Cybersicherheit ausgehen".

"Eklatanter Anstieg" von Cyberattacken

Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) ist für die Abwehr von Spionage zuständig. In den vergangenen Monaten hatten die Experten einen "eklatanten Anstieg" sogenannter Spear-Phishing-Attacken gegen Parteien und Bundestagsfraktionen registriert. Dabei werden von den Hackern gezielt Mails mit einem für den Adressaten vertrauenswürdig erscheinenden, aber gefälschten Absender verwendet. 2015 hatten sich Cyberkriminelle Zugang zum Netz des Bundestags verschafft. Die IT-Infrastruktur des Parlaments musste in der Folge komplett neu aufgesetzt werden.

Maaßen stellt sich mit seinen Äußerungen zu einem schärferen Vorgehen gegen Hackerangriffe hinter Bundesinnenminister Thomas de Maizière. Dieser hatte in seinen Vorschlägen für eine bessere Sicherheitsarchitektur in Deutschland die Möglichkeit für aktive Gegenmaßnahmen bei Cyberattacken gefordert. Er schrieb: "Wenn wir identifiziert haben, woher ein Cyberangriff kommt, müssen wir ihn auch aktiv bekämpfen können."

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