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09.02.2012

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Inland
Eine Maschine hebt vom Stuttgarter Flughafen ab. (Foto: dpa)
Deutsche Flugsicherung verlängert Sperrung bis 2 Uhr
Luftraum bleibt gesperrt

Piloten müssen sich weiter auf Sicht verlassen

Der Luftraum über Deutschland bleibt weiterhin gesperrt. Die Deutsche Flugsicherung (DFS) verlängerte das Flugverbot bis zunächst Mittwoch 2 Uhr und machte damit klar, dass sie die Verantwortung für Flüge durch die möglicherweise gefährliche Aschewolke nicht übernehmen will. Als Grund wurden die Wetterprognosen genannt. Nur die Flughäfen Hamburg und Bremen dürfen von 23 Uhr bis acht Uhr für den regulären Luftverkehr geöffnet werden, teilete die DFS mit

Gleichzeitig kommt immer mehr Bewegung in den gesperrten Luftraum über Deutschland. Fast 800 Flugzeuge mit Zehntausenden Passagieren sind heute trotz der Aschewolke gestartet und gelandet. Die Fluggesellschaften holten vor allem gestrandete Reisende heim. Die Maschinen waren mit Sondergenehmigung und auf Verantwortung der Piloten unterwegs. Sie flogen auf Sicht statt wie üblich nach Instrumenten.

Eine Maschine von Air Berlin in der Luft. (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: In der Luft: Auch Air Berlin ließ einzelne Maschinen mit Sondergenehmigung starten.]
Reisende drängen sich in der Abflughalle B auf dem Flughafen von Frankfurt am Main (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Noch immer warten Tausende Reisende an den Flughäfen auf ihren Rückflug.]
 

Kritik der Piloten

Bei den Piloten wächst derweil die Kritik an den Sichtflügen. Für den Sprecher der Pilotenvereinigung Cockpit, Jörg Handwerg, ist die Sichtflug-Regelung nur eine "juristische Winkelkonstruktion, um die Flugzeuge in die Luft zu bringen." An der wissenschaftlichen Einschätzung der Gefährlichkeit der Aschewolken habe sich nichts geändert, sagte er im Deutschlandfunk.

Die Verantwortung für die Sichtflüge tragen laut Flugsicherung die Piloten. "Diese Verantwortung können wir nicht übernehmen", stellte der Sprecher der Flugsicherung, Axel Raab, klar. Und da der Luftraum offiziell weiterhin gesperrt ist, sind die Lotsen nicht für die Führung von Flugzeugen im unteren Luftraum verantwortlich. Erst oberhalb von etwa 6000 Metern beginne der ganz normale Flug, der von Lotsen gesteuert werde. "Im Grunde will keiner die Verantwortung übernehmen", sagte Raab, der früher selbst als Lotse gearbeitet hat.

Stichwort: Sichtflug:

Beim Sichtflug muss der Pilot genügend Sicht nach draußen haben, um sich an Wolken und Horizont orientieren zu können. Das ist nicht nur für die Navigation notwendig, sondern auch, um das Flugzeug in einer stabilen Lage zu halten. Der Pilot ist alleinverantwortlich für die Sicherheit. Die Sichtflugregeln (CVFR) legen Mindestabstände zu Wolken und anderen Fliegern fest. Zudem gibt es Ausweichvorschriften, ähnlich den Vorfahrtsregeln im Straßenverkehr.

Zwischen etwa 3000 Metern und derzeit etwa 6000 Metern Höhe (normalerweise knapp 10.000 Metern Höhe) wird der kontrollierte Sichtflug angewandt. Um in diese Flugzone zu fliegen, muss der Pilot Fluglotsen zu Rate ziehen, die Auskunft darüber geben, ob der Flugraum frei ist und wo sich andere Flieger befinden. Über einer Höhe von derzeit etwa 6000 Metern navigiert die Deutsche Flugsicherung dann wieder den Flieger nach Instrumenten.

 

Entspannung im Rest Europas

Während in Deutschland über Risiken und Verantwortung gestritten wurde, gab die europäische Flugüberwachung Eurocontrol Entwarnung: Die Aschewolke über Europa hat sich soweit aufgelöst, dass nach Angaben von Eurocontrol kein Flughafen in der Flugverbotszone liegt. In 19 europäischen Ländern sowie auf dem Balkan durften Flugzeuge wieder starten. Gesperrt blieb dagegen der Korridor in Nordwest-Europa. Von den planmäßigen 28.000 Flügen des Tages fanden 13.000 statt, teilte Eurocontrol mit.

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  • Die Verantwortung für Sichtflüge liegt bei den Piloten
    tagesschau 20:00 Uhr, 20.04.2010 [Gerrit Rudolph, HR]
  • intern Weitere Video-Formate .
Stand: 20.04.2010 20:40 Uhr
 

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