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Für die Aufarbeitung der Katastrophe bei der Loveparade in Duisburg mit 21 Toten hat Bundespräsident Christian Wulff angeregt, einen Ombudsmann einzusetzen und einen Hilfsfonds einzurichten. In der Online-Ausgabe der "Bild am Sonntag" verwies Wulff auf seine Erfahrungen im Umgang mit Katastrophen während seiner Zeit als niedersächsischer Ministerpräsident. So sei auch nach dem Transrapid-Unglück im September 2006 ein Hilfsfonds eingerichtet worden. Durch Spenden seien binnen kurzer Zeit 750.000 Euro zusammengekommen.
Zudem habe sich ein ehemaliger Jurist als Ombudsmann um die Interessen der Hinterbliebenen gegenüber Versicherungen, Ämtern und Anwälten gekümmert. "Über beides könnte man auch für die Opfer der Loveparade-Katastrophe nachdenken", sagte Wulff.
[Bildunterschrift: Ministerpräsidentin Kraft appellierte an die Angehörigen, Hilfe zuzulassen: "Sie sind nicht allein!"]Darüber hinaus forderte Wulff "organisatorische Konsequenzen" aus der Katastrophe. "Dazu gehört, dass die Verantwortlichen insbesondere das Internet als Frühwarnsystem nutzen", wird Wulff zitiert. Den heftig in der Kritik stehenden Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) erinnerte Wulff an seine politische Verantwortung: "Zwar hat jeder als unschuldig zu gelten, dessen Schuld nicht erwiesen ist. Doch unabhängig von konkreter persönlicher Schuld gibt es auch eine politische Verantwortung. Das alles wird der Oberbürgermeister genau abwägen müssen."
Eine Woche nach der Massenpanik auf der Loveparade hatten gestern Tausende Menschen der 21 Todesopfer gedacht. "Sie sind nicht allein", sagte die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) bei der zentralen Gedenkfeier in der Salvatorkirche zu den Angehörigen. An dem Gottesdienst nahmen auch Wulff und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) teil. Die Loveparade sei durch das Unglück zu einem "Totentanz" geworden, sagte der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Nikolaus Schneider. Mitten hinein "in ein Fest überbordender Lebensfreude hat der Tod uns allen sein schreckliches Gesicht gezeigt". Im Anschluss an die Predigten entzündeten Geistliche gemeinsam mit Rettungskräften für jedes der 21 Opfer eine Kerze.
Kraft kämpfte während ihrer Rede sichtbar um Fassung. Die Tragödie mache auch wütend, sagte sie mit tränenerstickter Stimme. "Wer ist schuld, wer ist verantwortlich?" - diese Fragen müssten aufgeklärt und Antworten gefunden werden. Kraft sagte den betroffenen Angehörigen schnelle und unbürokratische Hilfe des Landes NRW zu.
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