Hintergrund

Hannelore Kraft

Hannelore Kraft zum Loveparade-Beschluss "Schwierig - auch für mich"

Stand: 05.04.2016 15:19 Uhr

Mit Unverständnis hat Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Kraft darauf reagiert, dass es keine strafrechtliche Loveparade-Aufarbeitung geben soll. Hier der Wortlaut ihrer persönlichen Erklärung "als Mensch Hannelore Kraft".

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hat mit Unverständnis darauf reagiert, dass es zur Aufarbeitung der Loveparade-Katastrophe keinen Strafprozess geben soll. Sie achte die Unabhängigkeit der Justiz, sagte die SPD-Politikerin zum Beschluss des Duisburger Landgerichts. Sie wolle aber "als Mensch Hannelore Kraft" zum Ausdruck bringen, dass dieser für sie schwer zu begreifen sei. Nachfolgend der Wortlaut ihrer Erklärung:

"Sie alle wissen, dass das Thema Loveparade für mich eine besondere Bedeutung hat, und deshalb würde ich gerne jetzt ein kurzes Statement abgeben. (...) Es ist so, dass ich als Ministerpräsidentin selbstverständlich die Unabhängigkeit der Justiz wahre und achte. Als Mensch Hannelore Kraft, die seit Jahren Kontakt hält, Verbindung hat, zum Teil sehr enge Verbindungen, zu den Familien der Opfer und zu den Betroffenen, muss ich sagen, fällt mir das außerordentlich schwer, diesen Beschluss zu begreifen.

"Das bedaure ich außerordentlich"

Das ist Gegenstand auch meiner Trauerrede gewesen, dass ich gesagt habe, es muss lückenlos aufgeklärt werden. Die Angehörigen, die Familie, die Freunde, die Betroffenen vor Ort, die viel Leid erlitten haben - sie alle haben darauf gesetzt, dass die Frage wirklich lückenlos aufgeklärt wird: Was ist geschehen? Wer ist schuld?

Und nach dem Beschluss heute scheint das in weite Ferne zu rücken. Und das ist, wie ich weiß, für all diejenigen, die ich gerade genannt habe, außerordentlich schwierig - auch für mich. Diese Aufarbeitung - ob sie noch erfolgen wird? Ich höre, die Staatsanwaltschaft wird Beschwerde einlegen gegen den Beschluss. Damit wird weiter Zeit ins Land gehen und das bedeutet Zeit, die nicht dazu beiträgt, dass die Wunden sich schließen können. Und das bedaure ich außerordentlich."

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 05. April 2016 um 16:00 Uhr.

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