Dietmar Bartsch, Linkspartei | Bildquelle: AFP

Nach der Bundestagswahl Linkspartei will Protestwähler zurückholen

Stand: 07.10.2017 03:30 Uhr

Nach dem starken Abschneiden der AfD bei der Bundestagswahl versucht die Linkspartei, offenbar verloren gegangene Protestwähler im Osten des Landes wieder zurückzuholen. Fraktionschef Bartsch will deshalb in der Linksparteifraktion eine Landesgruppe Ost gründen.

Als eine Konsequenz aus dem starken Abschneiden der rechtspopulistischen AfD in Ostdeutschland plant die Linksfraktion im Bundestag die Gründung einer Landesgruppe Ost. Seine Partei habe einen Teil der Protestwähler nicht mehr an sich binden können, sagte Linksfraktionschef Dietmar Bartsch der "Rheinischen Post". Deren Sorgen müssten ernst genommen werden.

Bartsch sagte: "Ich unterstütze diejenigen, die eine Landesgruppe Ost in der Bundestagsfraktion bilden wollen." Die wirtschaftlichen Unterschiede zwischen Ost und West seien weiter groß, hob Bartsch hervor. Er verwies etwa auf niedrigere Mindestlöhne im Osten in der Pflege. "Das heißt, Pflege und Zuneigung im Osten sind weniger wert als im Westen. Das kann einfach nicht sein."

Debatte über Amt des Bundestagsvizepräsidenten

Bartsch sprach sich auch dafür aus, dass die Linken-Politikerin Petra Pau erneut für das Amt der Bundestagsvizepräsidentin kandidiert, das sie seit 2006 innehat.

Im Streit über den AfD-Kandidaten Albrecht Glaser für das Amt der Bundestagsvizepräsidenten hatte sich Bartsch zuvor klar positioniert. Glaser könne nicht mit Unterstützung rechnen, sagte er. "Für mich steht fest, dass ich Herrn Glaser nicht wählen werde", so Bartsch. Glaser wird von allen Fraktionen außer der AfD abgelehnt. Ihm wird vorgeworfen, die Religionsfreiheit für Muslime in Abrede gestellt zu haben.

Bei der Bundestagswahl am 24. September war die AfD mit 12,6 Prozent der Stimmen erstmals in den Bundestag eingezogen. Besonders stark schnitten die Rechtspopulisten in Ostdeutschland ab. Die Linke hatte bei der Bundestagswahl 9,2 Prozent erreicht und sich im Vergleich zu 2013 leicht verbessert.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 05. Oktober 2017 um 22:15 Uhr.

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