Regenbogenflagge in Istanbul | Bildquelle: AFP

Türkei Veranstaltungen von Schwulen und Lesben verboten

Stand: 19.11.2017 15:53 Uhr

Nach dem Verbot der deutschen Schwulen-, Lesben- und Transgender-Filmtage haben die türkischen Behörden alle Kulturveranstaltungen von Schwulen und Lesben in Ankara untersagt. Als Grund wurde die Sicherung der öffentlichen Ordnung genannt.

Vor einigen Tagen hatten die türkischen Behörden die Schwulen-, Lesben- und Transgender-Filmtage kurzfristig verboten. Jetzt gingen die Behörden noch einen Schritt weiter und untersagten alle Kulturveranstaltungen von Schwulen und Lesben in der Hauptstadt Ankara.

Theater- und Filmaufführungen, Ausstellungen oder ähnliche Veranstaltungen der LGBT beziehungsweise LGBTi (Lesben, Schwule (englisch: Gays), Bisexuelle, Transsexuelle und intersexuelle Menschen) seien bis auf weiteres in der gesamten Provinz nicht gestattet, erklärte das Gouverneursamt.

Als Grund nannte die Behörde unter anderem die Sicherung der öffentlichen Ordnung. Zudem könnten solche Veranstaltungen wegen "gesellschaftlicher Sensibilität" Provokationen und Reaktionen hervorrufen.

Mit dieser Begründung hatte das Gouverneursamt schon die deutschen LGBTi-Filmtage verboten, die am vergangenen Donnerstag in der Hauptstadt stattfinden sollten. Die deutsche Botschaft in Ankara hatte die Filmtage mit organisiert.

Homosexualität ist in der Türkei nicht verboten. Menschenrechtler kritisieren jedoch eine zunehmende Diskriminierung von Schwulen-Lesben und Transgender-Menschen. Im Juni hatte der Istanbuler Gouverneur das dritte Jahr in Folge den traditionellen Schwulen- und Lesbenmarsch in Istanbul untersagt. Die Polizei setzte das Verbot mit Festnahmen und dem Einsatz von Tränengas und Gummigeschossen durch.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 19. November 2017 um 15:00 Uhr.

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