Ein Bundeswehr-Tornado in Incirlik

Verlegung aus Incirlik "Tornados" bleiben monatelang am Boden

Stand: 18.06.2017 10:34 Uhr

Durch die Verlegung des Bundeswehr-Kontingents aus Incirlik nach Jordanien werden die Aufklärungs-"Tornados" monatelang nicht einsetzbar sein. Dies geht aus dem Zeitplan von Verteidigungsministerin von der Leyen hervor, den sie in der "Bild am Sonntag" erläuterte.

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat einen Zeitplan für die Verlegung des Bundeswehr-Kontingents aus dem türkischen Incirlik auf eine Luftwaffenbasis in Jordanien vorgelegt. "Bis Ende Juni sind wir im Flugplan der Anti-ISIS-Koalition fest eingeplant. Dann verlegen wir die Tankflugzeuge schnellstmöglich nach Jordanien", sagte die Ministerin der "Bild am Sonntag". Die Tanker seien dann etwa in der zweiten Juli-Hälfte wieder im Einsatz.

Der wegen der Ausrüstung technisch komplexere Umzug der "Tornado"-Jets werde dann zwei Monate dauern, von August bis September. "Ab Oktober sollen die Aufklärungs­'Tornados' dann nach Plan wieder starten", sagte die CDU-Politikerin der Zeitung. In Incirlik sind sechs "Tornados" stationiert, die Aufklärungseinsätze über Syrien und dem Irak fliegen.

Ministeriumssprecher Oberst Boris Nannt hatte vor rund einer Woche unter anderem von ungefähr 200 Containern gesprochen, die transportiert werden müssten. In ihnen seien viel technisches Gerät, Ersatzteile und Büromaterial untergebracht.

Streit über Incirlik-Besuchsrechte

Nach einem Kabinettsbeschluss zur Verlegung war ein Vorauskommando zum jordanischen Stützpunkt Muwaffak Salti bei Al Asrak gereist.

Insgesamt müssen mehr als 250 deutsche Soldaten verlegt werden. Grund des Umzugs ist, dass die Türkei eine generelle Besuchserlaubnis für deutsche Abgeordnete bei den Bundeswehr-Soldaten in Incirlik verweigert.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 18. Juni 2017 um 09:00 Uhr.

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