Polizei setzt Wasserwerfer ein Silvesterrandale in Leipzig

Stand: 01.01.2018 19:54 Uhr

Im Szeneviertel Leipzig-Connewitz sind die Silvesterfeiern aus dem Ruder gelaufen. Erst brannten Mülltonnen, dann kamen Wasserwerfer. Mehrere Menschen wurden vorübergehend festgenommen. Im Leipziger Zentrum und in vielen anderen Städten Sachsens feierten die Menschen weitgehend friedlich ins Jahr 2018. In Zwickau standen die Feiern im Zeichen des 900. Stadtjubiläums. Es gab sogar eine Silvesterfete für die Kinder, aber auch einen Angriff auf Polizisten.

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Angriffe auf Polizei überschatten ruhiges Silvester in Sachsen

Vor den Augen der Polizei steigen in der Silvesternacht am 01.01.2018 am Augustusplatz in Leipzig (Sachsen) Feuerwerkskörper in die Höhe.

Während auf dem Augustusplatz friedlich ins neue Jahrgefeiert wurde, ... | Bildrechte: dpa

In der Silvesternacht haben Randalierer in Leipzig Polizisten mit Böllern und Steinen beworfen. Die Polizei teilte mit, über Lautsprecher hätten die Beamten die Angreifer verwarnt. Da sich diese weiterhin widersetzt hätten, habe die Polizei Wasserwerfer eingesetzt. Mehrere Personen wurden wegen des Verdachts auf schweren Landfriedensbruchs in Gewahrsam genommen.

1.000 Menschen am Connewitzer Kreuz

Bis Mitternacht hatten sich den Angaben zufolge etwa 1.000 Menschen im Bereich des Connewitzer Kreuzes versammelt. Nachdem dort mehrere Mülltonnen und verschiedene Gegenstände angezündet wurden, sei die Polizei mit Wasserwerfern angerückt, um die Brände zu löschen. 40 bis 50 Personen hätten daraufhin Flaschen, Steine und Böller gegen die Fahrzeuge und die eingesetzten Polizisten geworfen. Die Feuerwehr wurde nach Reporterangaben im Gegensatz zur Schneeballschlacht Mitte Dezember dieses Mal nicht attackiert. Sie löschte schließlich die brennenden Mülltonnen. Gegen 1:30 Uhr habe sich die Lage entspannt, hieß es. Die Stadtreinigung habe unmittelbar danach mit dem Aufräumen begonnen.

Die Feuerwehren der Messestadt mussten zu mehreren Bränden ausrücken - neben Connewitz auch in die Eisenbahnstraße/Neustädter Straße, zur Propsteikirche sowie auf die Bornaische Straße. Überall dort brannten Mülltonnen. Zudem gab es einen Dachstuhlbrand in der Biedermannstraße, der durch eine Silvesterrakete ausgelöst worden war und schnell gelöscht werden konnte.

Silvester-Krawalle in Leipzig
Ungemütlich ging es auch wieder in der aktuellen Silvesternacht im Leipziger Stadtteil Connewitz zu. Erst versammelten sich 1.000 Personen friedlich, doch alles endete mit einem Großeinsatz der Polizei.

Einsatzreiche Silvesternacht

Saubermachen im Morgengrauen

In Dresden ist seit dem Morgengrauen die Stadtreinigung unterwegs. Während die letzten Böller in der Dämmerung knallten, wurden im Zentrum rund um die Frauenkirche schon überfüllte Papierkörbe geleert und leere Sektflaschen eingesammelt. Üblicherweise kommen alleine am Neujahrstag zwischen 7 und 13 Uhr rund 25 Tonnen Silvestermüll zusammen. In den kommenden Tagen werden dann von der Stadtreinigung noch die Straßen in den anderen Stadtteilen gesäubert, für die die Kommune zuständig ist. Insgesamt rund 50 Tonnen werden pro Jahr in den ersten Tagen nach der Silvesternacht in Dresden entsorgt.

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Das große Aufräumen in Dresden

Stadtreinigung Dresden am Neujahrsmorgen

Was von Silvester übrig bleibt, sind leere Sektflaschen, volle Müllkübel und die Reste vom Feuerwerk. | Bildrechte: MDR/L. Müller

Keine großen Vorkommnisse rund um Dresden

Die Polizeidirektion Dresden teilte mit, die Silvesternacht sei abgesehen von den üblichen Anzeigen unspektakulär verlaufen. In den Landkreisen Meißen sowie Sächsische Schweiz/Osterzgebirge und in der Stadt Dresden wurden 32 Körperverletzungen durch Schlägereien aufgenommen. Insgesamt 18 Brände wurden den Einsatzkräften gemeldet - ein Balkonbrand, elf Abfallcontainer und sechs Bäume beziehungsweise Büsche. Gegen 1:15 Uhr wurde ein betrunkenes Ehepaar in Riesa ausgeraubt, das auf dem Nachhauseweg von einer Silvesterfeier war. Bei den Tätern soll es sich laut Polizei um ausländische Männer handeln, sie stahlen Handtasche, Handy und Geldbörse der Frau.

Sieben Personen mussten wegen übermäßigen Alkoholgenusses zur Ausnüchterung in die Gewahrsamszelle der Polizei. Außerdem wurden durch die Einsatzkräfte mehr als 400 nicht zugelassene Böller beschlagnahmt.

Besondere Silvesternacht in Zwickau

Zwickau ist mit einem Familienfest ins 900. Stadtjubliläum gestartet.
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Die Neujahrsnacht in Zwickau stand im Zeichen des 900. Stadtjubiläums. | Bildrechte: Kultour Z. GmbH

Für Zwickau war die diesjährige Silvesternacht besonders. Die Stadt ist ins Jubiläumsjahr gestartet, Zwickau feiert das 900. Gründungsjubiläum. Aus diesem Anlass wurde bereits am Abend ein Familiensilvester für Groß und Klein organisiert, das in einem speziellen Kinderfeuerwerk gipfelte. Später feierten noch 3.100 Muldestädter mit einer Silvesterfete ins neue Jahr. Den Höhepunkt bildete kurz vor Mitternacht eine eigens anlässlich "900 Jahre Zwickau" inszenierte Multivisionsshow mit anschließendem Feuerwerk.

Getrübt wurde die Freude durch einen Angriff auf Polizisten:

Überschrittene Feinstaubkonzentration wegen Feuerwerken

Wegen der Silvesterfeuerwerke ist die Feinstaubkonzentration in Sachsen in den ersten beiden Stunden des neuen Jahres extrem gestiegen. Wie MDR SACHSEN vom Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie erfuhr, wurde in der Stunde zwischen 1:00 und 2:00 Uhr an zwölf sächsischen Messstationen der zulässige Grenzwert überschritten. Erlaubt sind maximal 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. In Zwickau und Glauchau lag der Wert bei 120, in Leipzig und Dresden bei knapp 90. Absoluter Spitzenreiter war Chemnitz mit einer Feinstaubbelastung von 670 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Pro Jahr sind 35 Tage erlaubt, an denen der Grenzwert überschritten werden darf.

Bundespolizei fischt weiter illegale Böller aus dem Verkehr

Die Bundespolizei teilte unterdessen am Neujahrsmorgen mit, sie habe bis zum Jahreswechsel an der Grenze zu Tschechien noch illegale Böller beschlagnahmt. Mehrere Frauen und Männer wurden kontrolliert. Sie hatten die in Deutschland nicht zugelassenen Feuerwerke auf tschechischen Märkten erworben. Sie müssen nun Bußgelder zahlen und für die fachgerechte Entsorgung der Knaller aufkommen.

Quelle: MDR/Polizei Leipzig & Dresden/Kultur Z GmbH/lam

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Radio und Fernsehen:

MDR SACHSEN - das Sachsenradio | 01.01.2018 | 06:00 Uhr MDR SACHSENSPIEGEL | 01.01.2018 | 19:00 Uhr

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