Ein Mechaniker arbeitet an den Schaufeln einer Turbine | Bildquelle: dpa

Gesetz tritt in Kraft Ein bisschen Besserung für Leiharbeiter

Stand: 01.04.2017 11:19 Uhr

Übernahme nach 18 Monaten, gleicher Lohn nach neun Monaten: Seit dem 1. April gilt das neue Gesetz zur Leiharbeit. Das klingt für die betroffenen Arbeiter zunächst nach einer soliden Absicherung. Doch es gibt ein paar Schlupflöcher.

Die Ansprüche von Leih- und Zeitarbeitern in Deutschland werden nun gestärkt - ein entsprechendes neues Gesetz ist am 1. April in Kraft getreten. So müssen Leiharbeiter nun übernommen werden, wenn sie länger als 18 Monate im gleichen Betrieb arbeiten. Ausnahmen sind aber möglich: Über Tarifverträge kann eine längere Ausleihzeit vereinbart werden. Das gefällt ver.di-Chef Frank Bsirske nicht. Ebenso, dass die Höchstüberlassungsdauer auf den einzelnen Arbeitnehmer und nicht auf den Arbeitsplatz bezogen sei: "Das ermöglicht es den Unternehmen, denselben Arbeitsplatz dann mit anderen Leiharbeitnehmern zu besetzen", kritisiert er.

Durch das neue Gesetz haben Leiharbeiter zudem spätestens nach neun Monaten Anspruch auf den gleichen Lohn wie Stammbeschäftigte. Aber auch hier gibt es in speziellen Fällen die Möglichkeit, den Zeitraum zu verlängern. "Gleiche Bezahlung wie die Stammbelegschaft nach neun Monaten mit der Möglichkeit, den Zeitraum zu verlängern - das reicht nicht aus", kritisiert Bsirske.

Neues Gesetz zur Leiharbeit soll Verbesserungen bringen
tagesschau 20:00 Uhr, 01.04.2017, Eva Macht, SWR

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Deutlich weniger Gehalt

Die neuen Regelungen beinhalten auch, dass Leiharbeitnehmer nicht mehr als Streikbrecher eingesetzt werden dürfen. Leiharbeit soll zudem nicht als Werkvertrag kaschiert werden können.

In Deutschland gibt es etwa eine Million Beschäftigte in Leih- und Zeitarbeit. Die meisten von ihnen arbeiten in den Bereichen Verkehr, Logistik, Sicherheit und Reinigung sowie in der Metall- und Elektroindustrie. Laut Bundesagentur für Arbeit arbeiten 21 Prozent der Leiharbeiter zwischen neun und 18 Monaten in einem Beschäftigungsverhältnis, weitere 35 Prozent sogar mehr als 18 Monate lang. Den Angaben zufolge verdienten Zeit- und Leiharbeiter Ende 2015 in Vollzeit im Mittel monatlich 1285 Euro brutto weniger als Vollzeitbeschäftigte.

Arbeitgeber unzufrieden mit Regelungen

Der Gesetzentwurf von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles war in der Koalition monatelang umstritten. Der Arbeitgeberverband BDA kritisiert, dass die Zeitarbeit durch das neue Gesetz teurer und komplizierter werde. Dabei gebe Zeitarbeit "gerade Menschen, die noch nie gearbeitet haben, und Langzeitarbeitslosen eine Chance auf Wiedereinstieg in Arbeit", sagte BDA-Geschäftsführer Steffen Kampeter.

Leiharbeitsgesetz tritt in Kraft
M. Zahn, ARD Berlin
01.04.2017 20:45 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 01. April 2017 um 09:00 Uhr.

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