Eier werden aufgeschlagen | Bildquelle: AFP

Fipronil-Skandal Rückstände in weiteren Produkten entdeckt

Stand: 10.10.2017 17:42 Uhr

Im Sommer wurde der Fipronil-Skandal bekannt, Millionen Eier waren durch das Insektizid belastet. Doch nicht nur die Eier, auch Produkte, in denen sie verarbeitet wurden, sind betroffen. Das hat die Analyse verschiedener Lebensmittel wie etwa Eierlikör oder Backwaren ergeben.

Es ist ruhiger geworden um den Fipronil-Skandal, die Regale mit den Eier-Kartons sind in den Einkaufsmärkten wieder gut gefüllt. Doch das Ausmaß der Verunreinigung durch das Insektizid ist nach wie vor nicht komplett ermittelt - noch immer werden Lebensmittel auf Rückstände untersucht.

Rückstände in 117 Produkten

Dabei werden auch Produkte untersucht, in denen Eier weiterverarbeitet wurden - darunter etwa Backwaren oder Nudeln. Bis Ende des Monats sollen insgesamt 800 solcher Proben analysiert werden, wie das Bundeslandwirtschaftsministerium mitteilte.

Knapp 570 der angeordneten Untersuchungen wurden bereits durchgeführt. Dabei wurden in insgesamt 117 Produkten Fipronil-Rückstände nachgewiesen, hieß es aus dem Ministerium auf Nachfrage des Hessischen Rundfunks weiter. Betroffen waren etwa Eierlikör, bestimmte Backwaren und Eiersalat. Bei 25 dieser 117 Lebensmittelproben überschritten die Rückstände dabei den zugelassen Grenzwert.

Verbraucherschützer fordern Rückruf

Verbraucherschützer fordern einen Rückruf der belasteten Produkte. Auch der Grünen-Fraktionsvorsitzende Anton Hofreiter appellierte an Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt, dafür zu sorgen, dass die Nahrungsmittel "konsequent aus dem Verkehr gezogen werden".

Seinen Anfang nahm der Fipronil-Skandal im Juni in den Niederlanden. In Belgien wurden erstmals überhöhte Rückstände in Eiern entdeckt. Das Ausmaß des Skandals nahm rasant zu - Millionen Eier waren belastet, mindestens 45 Länder betroffen.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 10. Oktober 2017 um 10:21 Uhr.

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