Fahndungsfoto des Polizeipräsidiums Konstanz soll einen der Lebensmittelvergiftung verdächtigten Mann zeigen. | Bildquelle: Polizeipräsidium Konstanz

Vergiftete Lebensmittel Mann vorläufig festgenommen

Stand: 30.09.2017 01:27 Uhr

Im Fall des Lebensmittelerpressers vom Bodensee hat die Polizei einen Mann vorläufig festgenommen. Ob er jedoch auch wirklich der Gesuchte ist, war zunächst unklar. Der Mann soll aber dem Verdächtigen auf dem Fahndungsfoto ähnlich sehen.

Im Zusammenhang mit der Suche nach dem Supermarkterpresser von Friedrichshafen gehen die Ermittler konkreten Hinweisen nach. So werde ein Mann überprüft, der dem Verdächtigen auf dem Fahndungsfoto ähnlich sehe.

Wie ein Sprecher der Polizei in Konstanz mitteilte, wurden die Ermittler der Sonderkommission durch Hinweise der Bevölkerung auf den Mann in einer Gemeinde im Landkreis Tübingen aufmerksam. Der Mann sei vorläufig festgenommen worden und werde vernommen. Der Sprecher betonte allerdings, es stehe keineswegs fest, ob es sich bei dem Mann tatsächlich um den gesuchten Verdächtigen handele. Die Polizei hatte am Donnerstag Fahndungsbilder eines dringend tatverdächtigen Mannes veröffentlicht.

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Im Fall des Lebensmittel-Erpressers hat die Polizei einen Verdächtigen vorläufig festgenommen. Quelle: Polizeisprecher zum SWR.

Vergiftete Babynahrung

Der unbekannte Täter hatte in einer E-Mail an die Polizei, den Verbraucherschutz und mehrere Lebensmittelkonzerne vom Mitte September damit gedroht, bis Samstag 20 vergiftete Lebensmittel in Umlauf zu bringen. Er fordert einen Millionenbetrag.

Nachdem der Täter einen entsprechenden Hinweis gegeben hatte, wurden in Friedrichshafen fünf mit Ethylenglykol vergiftete Gläser Babynahrung gefunden. Das am Donnerstag veröffentlichte Fahndungsfoto von dem Verdächtigen stammt von einer Überwachungskamera in einem der betroffenen Märkte.

Hinweise aus Peine

Bei der Polizei gingen deutschlandweit zahlreiche Hinweise sein - so auch im niedersächsischen Peine. Angestellte einer Drogerie-Filiale in der Innenstadt informierten am Vormittag die Polizei, weil sie einen Mann beobachtet hatten, der dem mutmaßlichen Erpresser ähnlich gesehen habe. Der Mann konnte allerdings vor Eintreffen der Beamten das Geschäft verlassen, wie die Polizei mitteilte. Eine Fahndung verlief zunächst ohne Ergebnis.

Eine Auswertung des Videomaterials und "intensive Spurensuche" ergaben demnach, dass der Verdächtige keine Lebensmittel im Geschäft vergiftet hat. "Er hat eingekauft", sagte ein Polizeisprecher. Die Videoaufnahmen sollten dennoch in Baden-Württemberg mit dem Originalvideo einer Überwachungskamera verglichen werden. Hundertprozentige Entwarnung, ob es sich bei dem Mann um den Gesuchten handelte, konnte die Polizei in Salzgitter am Abend nicht geben. Allerdings sei man sich "sehr sicher", dass der Mann nicht der Gesuchte sei.

SoKo "Apfel"

Gefahndet wird nach dem Erpresser auch im Ausland, vor allem in Österreich und der Schweiz. Die Sonderkommission "Apfel" mit mehr als 220 Beamten geht von einem sehr skrupellosen Täter aus. Außer der Droh-Mail gab es bislang keinen weiteren Kontakt mit dem Erpresser. Die Ermittlungsbehörden setzen auf Mithilfe der Bevölkerung. Im Polizeipräsidium Konstanz nehmen deswegen etwa ein Dutzend Mitarbeiter rund um die Uhr Hinweise entgegen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 30. September 2017 um 02:43 Uhr.

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