Entsetzte Anhänger der SPD | Bildquelle: AP

Reaktionen auf die Landtagswahlen Entsetzen über AfD-Ergebnis

Stand: 13.03.2016 19:41 Uhr

Die Christdemokraten haben in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz die lange als sicher geglaubte Rückeroberung der Regierungsmacht verpasst. Die SPD bejubelt dagegen den Erfolg in Mainz. Der Erfolg der AfD trübt jedoch die Freude der Parteien.

Eine kleine Bundestagswahl und die erste Abstimmung über die Flüchtlingspolitik - selten waren die Erwartungen an Landtagswahlen so hoch. Nach den ersten Hochrechnungen schält sich heraus: Die Wähler haben insbesondere der CDU einen rabenschwarzen Abend beschert. Uneingeschränkt jubeln kann nur die AfD, und das drückt bei den übrigen Parteien zusätzlich die Stimmung.

Für die CDU verwies der Parlamentarische Geschäftsführer der Bundestagsfraktion, Michael Grosse-Böhmer, auf die Ergebnisse der anderen Bundestagsparteien. Keine habe Grund zu jubeln, das Ergebnis der AfD werfe einen "großen Schatten" auf den Wahlausgang in den drei Bundesländern.

Deutlicher lenkte Reiner Haselhoff, Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, den Blick auf Berlin und die Bundespolitik. Das Ergebnis der AfD stehe für ein "bundespolitisches Phänomen". In der Flüchtlingspolitik müssten nun "bundespolitische Lösungen" her , um den "Menschen, die unsicher sind", zu sagen, wie es weiter geht.

Michael Grosse-Brömer, CDU, im Gespräch mit Rainald Becker
ARD-Sondersendung 18:30 Uhr, 13.03.2016

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Auch Gabriel "besorgt"

Für Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz verwiesen die Vertreter der CDU darauf, dass die bestehenden Regierungsbündnisse von Rot und Grün ihre Mehrheit verloren haben. Die SPD hingegen setzte ihren Akzent natürgemäß anders. Parteichef Sigmar Gabriel vertrat die Ansicht, die Wähler hätten in den südlichen Bundesländern "auf Nummer sicher" gesetzt - davon habe seine Partei in Rheinland-Pfalz profitiert, in Baden-Württemberg dagegen die Grünen. Doch auch Gabriel räumte ein, das Ergebnis der AfD mache ihm Sorgen., darum werde man sich kümmern müssen.

Die These, die SPD müsse in der Großen Koalition in Berlin "mehr Kante" zeigen, wies Gabriel indes zurück - mehr gehe kaum. Statt dessen empfahl Gabriel der CDU, ihre "Chaostage" in der Flüchtlingspolitik zu beenden und die Lösungen aufzugreifen, die die SPD anbiete.

Sigmar Gabriel, SPD, im Gespräch mit Sabine Rau
ARD-Wahlsendung 18:30 Uhr, 13.03.2016

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Von Kretschmann lernen

Für die Bundes-Grünen, die in der Vergangenheit nicht immer einverstanden waren mit der Politik von Winfried Kretschmann, erklärte der Bundesvorsitzende Cem Özdemir, man werde sich das Stuttgarter Ergebnis genau anschauen und sehen, was daraus zu lernen sei. Schließlich wolle die Partei auch im Bund wachsen.

Für die AfD vertrat Parteichefin Frauke Petry die Ansicht, "fundamentale Probleme in Deutschland" hätten zu diesem Ergebnis geführt. Ihr Stellvertreter Alexander Gauland erklärte, die AfD wolle die anderen Parteien "vor sich hertreiben" - die Wähler hätten "die Flüchtlingspolitik "abgewählt".

Frauke Petry, AfD, im Gespräch mit Tina Hassel
ARD-Wahlsendung 18:00 Uhr

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Auch FDP fordert Kurswechsel

Die FDP schloss sich am Wahlabend der Forderung nach einem Kurswechsel in der Flüchtlingspolitik an. Ihr Parteivorsitzender Christian Lindner erklärte, Deutschland dürfe sich zwar nicht abschotten. Das Gegenmodell können aber auch "nicht grenzenlose Aufnahmebereitschaft und Chaos" heißen - das habe die Bundesregierung in Europa angerichtet.

Christian Lindner, FDP, im Gespräch mit Tina Hassel
ARD-Wahlsendung 18:30 Uhr, 13.03.2016

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