Kretschmann mit Ehefrau (links) | Bildquelle: dpa

Hochrechnung zu Landtagswahlen Grüne Macht im Ländle, SPD siegt in Mainz, AfD stark

Stand: 13.03.2016 19:17 Uhr

Die Grünen räumen im einstigen CDU-Stammland Baden-Württemberg ab - auch dank Ministerpräsident Kretschmann. Die SPD stürzt ab. In Rheinland-Pfalz gewinnen Malu Dreyer und ihre SPD das Spitzenduell gegen die Klöckner-CDU. Die AfD ist überall stark - in Sachsen-Anhalt wird sie zweitstärkste Kraft.

2011 war er Deutschlands erster grüner Ministerpräsident, nun holt er mit seiner Partei erstmals den Gesamtsieg in Baden-Württemberg. Die Hochrechnung von Infratest dimap sieht die Partei von Ministerpräsident Winfried Kretschmann bei 30,5 Prozent.

Erstmals in ihrer Geschichte muss sich die CDU in Baden-Württemberg mit Platz zwei begnügen. Die Partei von Spitzenkandidat Guido Wolf kommt auf 26,9 Prozent. Zur Erinnerung: Das "Ländle" war einmal CDU-Hochburg, von 1953 bis 2011 stellten die Christdemokraten ununterbrochen den Ministerpräsidenten. Im Jahr 2016 ist der grüne Regierungschef Winfried Kretschmann auch dank seiner bodenständigen pragmatischen Politik plötzlich auch für CDU-Anhänger wählbar.

Winfried Kretschmann, B'90/Die Grünen, nach den Hochrechnungen in Baden-Württemberg
ARD-Wahlsendung 18:30 Uhr, 13.03.2016

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Die SPD mit Spitzenkandidat Nils Schmidt stürzt regelrecht ab: Von 23,1 Prozent im Jahr 2011 auf jetzt nur noch 12,8 Prozent. "Das Ergebnis der Landtagswahl ist schmerzlich. Wir haben deutlich verloren", sagte der Landesparteichef im SWR. Auf die Frage, ob er deshalb von seinen Spitzenämtern zurücktritt, antwortete Schmid nicht.

Stark schneidet die AfD in Baden-Württemberg ab. Die Rechtspopulisten kommen aus dem Stand auf 14,6 Prozent und ziehen damit als drittstärkste Kraft in den Landtag ein, vor der SPD. Die Linkspartei scheitert erneut klar an der Fünf-Prozent-Hürde. Die FDP kann aufatmen: Mit 8,4 Prozent schafft sie den Einzug in den Stuttgarter Landtag.

Damit steht Grün-Rot vor dem Aus. Grünen-Chef Kretschmann muss sich neue Bündnispartner suchen, denn er will weitermachen. "Ich sehe in diesem Wählervotum den Auftrag, erneut die Landesregierung zu bilden und den Ministerpräsidenten zu stellen", sagte er. Möglich wäre eine Koalition mit der CDU - fraglich ist aber, ob die Christdemokraten den Juniorpartner der Grünen machen wollen. Rechnerisch möglich wären auch ein Dreierbündnis aus Grünen, SPD und FDP.

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Zahlen und Umfragen zur Landtagswahl Baden-Württemberg 2016

Bild: Vorl. Ergebnis

SPD gewinnt Machtkampf in Mainz

In Rheinland-Pfalz gewinnen Ministerpräsidentin Malu Dreyer und ihre SPD den Machtkampf gegen CDU-Spitzenkandidatin Julia Klöckner deutlich. Laut Hochrechnung liegt die SPD bei 36,8 Prozent, die Klöckner-CDU kommt auf 32,0 Prozent. Damit ist Dreyers fulminanter Wahlkampf-Endspurt von Erfolg gekrönt, vor Wochen lag die CDU von Klöckner in den Umfragen noch deutlich vor der sozialdemokratischen Amtsinhaberin.

Malu Dreyer | Bildquelle: dpa
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Klare Gewinnerin: Manu Dreyer

Julia Klöckner, CDU | Bildquelle: AP
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Und sie hat verloren: Julia Klöckner

Die Grünen, bislang Juniorpartner der SPD, stürzen ab. Kamen sie 2011 auch dank des Fukushima-Effekts auf 15,4 Prozent, so zittern sie jetzt vor der Fünf-Prozent-Hürde. Die Hochrechnung sieht sie bei 5,2 Prozent. Die AfD erreicht 11,7 Prozent, die FDP schafft mit 6,4 Prozent wohl den Sprung in den Landtag, die Linkspartei nicht.

Aufgrund der Schwäche der Grünen hat die bisherige rot-grüne Regierung keine Mehrheit mehr. Rechnerisch möglich ist eine rot-schwarze Koalition. Wahlverliererin Klöckner schloss das nicht aus: Die SPD sei stärkste Partei geworden und habe nun die Aufgabe, eine Regierung zu bilden, sagte sie auf der Wahlparty ihrer Partei in Mainz. Wie diese aussehen werde, sei noch nicht klar. "Wir sind wach, wir sind dabei und wir werden sehen, was am Ende dabei rauskommt".

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Zahlen und Umfragen zur Landtagswahl Rheinland-Pfalz 2016

Bild: Vorl. Ergebnis

AfD in Sachsen-Anhalt zweitstärkste Kraft

In Sachsen-Anhalt bleibt die CDU von Regierungschef Reiner Haseloff stärkste Kraft. Die Hochrechnung sieht sie bei 29,3 Prozent, etwas weniger als 2011 (32,5 Prozent).

Die SPD muss mit herben Verlusten rechnen. Laut Prognose stürzt der bisherige Juniorpartner der CDU ab - von 21,5 vor fünf Jahren auf jetzt nur noch 11,4 Prozent. Die Linkspartei verliert ebenfalls und ist nicht länger zweitstärkste Kraft im Magdeburger Landtag. Sie kommt nur noch auf 16,6 Prozent. Die Grünen sind mit 5,2 Prozent noch nicht sicher im Landtag, ebensowenig wie die FDP mit 5,0 Prozent.

Klarer Gewinner in Sachsen-Anhalt ist die AfD. Die Rechtspopulisten holen aus dem Stand 24,0 Prozent - damit sind sie zweitstärkste Kraft vor Linkspartei und SPD. Es ist ihr bislang höchster Wahlerfolg seit Bestehen der Partei.

Für eine Fortsetzung der schwarz-roten Landesregierung reicht es nicht mehr, dazu ist die SPD zu schwach. Regierungschef Haseloff muss sich neue Partner suchen, um eine mehrheitsfähige Regierung zu bilden. Weiter regieren will er: "Wir haben einen klaren Auftrag zur Regierungsbildung und den werden wir auch wahrnehmen", sagte Haseloff.

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Zahlen und Umfragen zur Landtagswahl Sachsen-Anhalt 2016

Bild: Endgültiges Ergebnis

Flüchtlingspolitik statt Landespolitik

Insgesamt waren an diesem dreifachen Wahlsonntag 12,7 Millionen Menschen zur Abstimmung aufgerufen. Im Wahlkampf ging es weniger um landespolitische Themen, vielmehr dominierte die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung. Es waren dies die ersten Wahlen seit Beginn der Flüchtlingskrise im Sommer 2015 und damit die erste Möglichkeit, über die Flüchtlingspolitik Merkels abzustimmen.

Ungewöhnliche Allianzen bildeten sich: Grünen-Regierungschef Kretschmann stellte sich hinter die Flüchtlingspolitik der Kanzlerin und CDU-Chefin, die CDU-Wahlkämpfer Wolf und Klöckner waren da weniger eindeutig. Breiten Raum nahm die Auseinandersetzung mit der AfD ein. Koalitionen mit den Rechtspopulisten schlossen alle Wahlkämpfer aus. Durch die Zersplitterung der Parteienlandschaft und die Schwäche der einstigen Volksparteien CDU und SPD dürften jedoch alle drei Bundesländer vor schwierigen Regierungsbildungen stehen.

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