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21.03.2010

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Otto Graf Lambsdorff gestorben
FDP-Ehrenvorsitzender Lambsdorff ist tot
Trauer um Ex-Wirtschaftsminister

FDP-Ehrenvorsitzender Lambsdorff ist tot

Der FDP-Ehrenvorsitzende und frühere Bundeswirtschaftsminister Otto Graf Lambsdorff ist gestorben. Er starb wenige Tage vor seinem 83. Geburtstag in der Nacht zum Sonntag in einem Krankenhaus Bonn im Kreise der Familie. Die genaue Todesursache ist noch nicht bekannt.

Der FDP-Politiker sei "von seinen vielfältigen Leiden erlöst worden", teilte sein Büro in Bonn mit. Dem Vernehmen nach war es ihm in den vergangenen Monaten gesundheitlich immer schlechter gegangen. Nikolaus Graf Lambsdorff erklärte lediglich, sein Vater sei plötzlich und unerwartet gestorben. Termine für Trauerfeier und Beisetzung stünden noch nicht fest. Politiker aller Parteien reagierten mit Bestürzung auf den Tod Lambsdorffs.

Wirtschaftsminister unter Schmidt und Kohl

Der FDP-Politiker, der am 20. Dezember 83 Jahre alt geworden wäre, bekleidete in seiner langen politischen Karriere viele Ämter. 1951 trat er der FDP bei. Mit dem Einzug in den Bundestag begann 1972 seine bundespolitische Karriere. 1977 wurde er Wirtschaftsminister unter SPD-Kanzler Helmut Schmidt. Als Wirtschaftsminister in der sozialliberalen Koalition hielt er konsequent dagegen, wenn staatliche Eingriffe in den Markt gefordert wurden. Verbissen kämpfte er für seine wirtschaftspolitische Linie. Als wachsende Arbeitslosigkeit mit einer Neuverschuldung bekämpft werden sollte, stellte er sich quer. Das war die Wende zur Union hin. 1982 erfolgte der Bruch mit dem Koalitionspartner SPD. Helmut Kohl machte Otto Graf Lambsdorff wieder zum Wirtschaftsminister.

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Verwicklung in Parteispendenaffäre um den Flick-Konzern

Getrübt wird seine politische Bilanz allerdings durch die Parteispendenaffäre Mitte der 80er-Jahre. In der Affäre um den Flick-Konzern war Lambsdorff 1987 zu 180.000 Mark Geldstrafe verurteilt worden, zuvor hatte er vom Ministeramt zurücktreten müssen. Lambsdorff behielt sein Abgeordnetenmandat und wurde 1988 als Nachfolger von Martin Bangemann an die Spitze der FDP gewählt, die er bis 1993 führte. Mit 67 Jahren legte der Graf den Parteivorsitz nieder. Die FDP machte ihn zum Ehrenvorsitzenden.

Entschädigung von NS-Zwangsarbeitern erfolgreich verhandelt

Es war 1999, da trat Bundeskanzler Gerhard Schröder mit dem Auftrag an ihn heran, die äußerst zähen und festgefahrenen Verhandlungen über die Entschädigung von NS-Zwangsarbeitern in Amerika zu führen. Otto Graf Lambsdorff nahm an und brachte sie erfolgreich zu Ende. Dies brachte ihm nicht nur ein Lob des Kanzlers, sondern auch die Anerkennung aller Gremien und politischen Parteien ein.

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Die internationalen Verbindungen, die Lambsdorff auch als Vorsitzender der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung hatte, halfen bei den schwierigen Gesprächen mit Anwälten und Verbänden der Opfer. Als Lambsdorff dieses Amt im April 2006 an Ex-Fraktionschef Wolfgang Gerhardt abgab, hielt der frühere amerikanische Außenminister Henry Kissinger im Reichstaggebäude die Laudatio auf seinen Freund.

Stand: 07.12.2009 00:01 Uhr
 

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