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29.05.2012

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Broschüre zeigt Fälle von ärztlichen Kunstfehlern
Aktionsbündnis Patientensicherheit

Aus Kunstfehlern lernen

Ein Arzt in einem Krankenhaus (Foto: AP) [Bildunterschrift: Das Aktionsbündnis Patientensicherheit will eine Diskussion über ärztliche Kunstfehler anstoßen. ]
Infektionen, Verschreibungsfehler oder falsche Medikamente - das sind die häufigsten Fehler, die in deutschen Kliniken immer wieder gemacht werden. Schätzungen zufolge erleiden jedes Jahr etwa 500.000 Patienten gesundheitliche Schäden in Krankenhäusern, rund 130.000 davon aufgrund fehlerhafter Behandlung. Bislang wurden diese sogenannten Kunstfehler von Ärzten und Pflegepersonal hartnäckig verschwiegen. Das Aktionsbündnis Patientensicherheit hat in der Broschüre "Aus Fehlern lernen" Berichte von Ärzten, Pflegern und Therapeuten zusammen getragen.

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt stellte nun die Broschüre in Berlin vor. Dabei lobte sie den Mut der Mediziner ihre Schweigen zu brechen. "Wir brauchen eine Enttabuisierung des Themas", sagte Schmidt. Niemand könnte garantieren, dass keine Fehler geschehen.

OP am falschen Körperteil

"Nur, wenn wir über Fehler sprechen lernen, können wir sie vermeiden", sagte der Vorsitzende des Aktionsbündnisses, Matthias Schrappe. Zwischen fünf und zehn Prozent der Patienten klagen über "ein unerwünschtes Ereignis" in der Klinik. Bei einem Drittel waren Behandlungsfehler der Grund.

Etwa 100 Mal im Jahr würden Patienten in Krankenhäuser verwechselt, mit der Folge, dass sie am falschen Körperteil operiert wurden. "Wegschauen ist kein Weg", sagt der Internist Schrappe. Er selbst schildert in der Broschüre einen seiner Fehler, die er zu Beginn seiner Medizinerlaufbahn gemacht hatte.

Die Broschüre "Aus Fehlern lernen" soll nun Universitäten und Krankenpflegerschulen verteilt werden. Neben den Erfahrungsberichten werden darin in einem Methodenteil Fälle von Behandlungsfehlern einer exemplarischen Ursachenanalye unterzogen.

Stand: 28.02.2008 13:24 Uhr
 

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