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Nach ARD-Informationen war das Kommando Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr an dem Befehl zu dem Luftangriff nahe Kundus beteiligt. Die Soldaten waren Teil einer geheimen Einheit. Wer an dieser "Task Force 47" beteiligt ist, ist allerdings vollkommen unklar - und wirft weitere Fragen auf.
Von Alexander Richter, tagesschau.de
Die Berichte über die KSK-Beteiligung haben bei Bundestagsabgeordneten unterschiedliche Reaktionen hervorgerufen. Die verteidigungspolitischen Sprecher der Linksfraktion forderten, dass die Regierung im Fall Kundus alle Karten auf den Tisch legen müsse. "Wir lassen uns nicht länger täuschen", erklärten Paul Schäfer und Wolfgang Gehrcke. Die Regierung solle den Obleuten in den Bundestagsausschüssen für Verteidigung und Äußeres in einer sofortigen Sitzung weitere Informationen geben - und zwar auch über verdeckte Operationen der Bundeswehr.
Der verteidigungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Rainer Arnold, kritisierte im "Kölner Stadt-Anzeiger", dass es keine umfassende Informationen gegeben habe. "Nun stellt sich die Frage, ob das insgesamt ein KSK-Einsatz war. Das wollen wir wissen. Und zwar nicht erst im Untersuchungsausschuss, sondern schnell."
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Rainer Stinner, der für die FDP im Verteidigungsausschuss sitzt, kann die Aufregung dagegen nicht verstehen. "Das Kommando Spezialkräfte gehört zur Bundeswehr und es ist völlig klar, dass es damit auch unter dem Befehl des Regionalkommandos Kundus unterstellt ist, wenn es dort Teil der militärischen Struktur ist", sagte Stinner zu tagesschau.de.
Dennoch gibt es viele offene Fragen. Bislang wurde die nun bekannt gewordene "Task Force 47" nur beiläufig bei der Unterrichtung der Abgeordneten erwähnt. Genauere Informationen werden frühestens ab Mitte Januar im Untersuchungsausschuss zu dem Bombardement auf den Tisch kommen. Das Parlament wurde nach Angaben des ARD-Hauptstadtstudios zunächst nicht über die Beteiligung von KSK-Soldaten in dieser Einheit unterrichtet. Wer noch an der "Task Force 47" beteiligt ist, ist mit einem großen Fragezeichen versehen.
Erfahrungen ähnlicher Bundeswehreinsätze zeigen jedoch, dass das militärische Nachrichtenwesen der Bundeswehr eingebunden ist, um eigene Informationen für die Einsatzplanung bereitzustellen. Aber auch der Bundesnachrichtendienst (BND) speiste in der Vergangenheit Erkenntnisse in eine solche Einheit ein. Die BND-Mitarbeiter halten meist den Kontakt zu Geheimdiensten anderer Länder und reichen deren Informationen an die Bundeswehr weiter.
Im speziellen Fall Kundus gibt es jedoch keine Hinweise darauf, dass der BND in die Bombardierung der Tanklastwagen Anfang September involviert war. Offenbar stammen die entscheidenden Angaben, die zu dem Bombenabwurf führten, von einem lokalen Informanten der Bundeswehr.
Bei der Zusammensetzung der "Task Force 47" ist angesichts bisheriger Arbeitsweisen ebenfalls denkbar, dass auch andere Nationen Verbindungsoffiziere dorthin entsenden. Da US-Spezialkräfte auch im Raum Kundus operieren, ist es wahrscheinlich, dass es eine enge Abstimmung zwischen der deutschen und der amerikanischen Seite gibt. Ob in der "Task Force 47" US-Amerikaner und Bundeswehrsoldaten gemeinsam im Einsatz sind, ist aber unklar. Ein Soldat sagte jedoch zu tagesschau.de, dass es in der sogenannten "Fusion Cell" sehr wohl einen deusch-amerikanischen Austausch über den Einsatz von Spezialkräften in Afghanistan gebe.
Zunächst hatte die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf Bundeswehr-Kreise und -Berichte gemeldet, im deutschen Feldlager Kundus sei der gesamte Einsatz - vom ersten Hinweis eines afghanischen Informanten bis zur abschließenden Entscheidung, zu bombardieren - aus einem Kommandostand der geheimen Einheit "Task Force 47" (TF 47) geführt worden. Während des Einsatzes sei der verantwortliche Oberst Klein zugleich auch der Verantwortliche für die TF 47 gewesen. Auch diese Angaben bestätigte das ARD-Hauptstadtstudio mittlerweile.
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